Unterm Rad - Hermann Hesse Maja Groothuis 6v1 Ausgabe Titel: Unterm Rad Autor: Hermann Hesse Erschienen: 1906 Roman Autor Hermann Hesse (Calw Wrttemberg 2.7 1877 - Montagnola 9.8 1962) War der Sohn eines Missionars. Er wuchs auf in Basel und Calw. Nach seiner Schulzeit ging er ins berhmte, strenge und nahezu jede Stund beanspruchende theologische Internat von Maulbronn. Den aufgezwungenen Lern- und Religionstoff, die erstickende šberfremdung seines erwachenden Selbst nicht ertragend, entfloh er. In verschiedenen Anstalten versuchte man, ihn zu "normalisieren". Aber Hesse hatte einen sehr starken Willen, seine Freihet zu wahren und seinen eigenen Weg zu finden. In Calw war er ein Jahr Mechanikerlehrling; eine Weile Buchhandelslehrling und -gehilfe, in Tbingen und Basel. Ab 1904 konnte er sich durch den Erfolg seines ersten Romans v”llig dem Schreiben widmen. Hesse hat sehr viele Bcher geschrieben. Sein erstes Werk war ein Gedichtebundel: Romantische Lieder (1899). 1904 schrieb er "Peter Camenzind", sein erster Roman. 1919 erschien "Demian", 1922 "Siddharta", 1920 erschienen "Kinderseele", "Klein und Wagner" und "Klingsors letzter Sommer". Im Jahre 1927 erschien "Der Steppenwolf". Dieses Buch wird gesehen als das wichtigste in dieser Phase in dem Hesse schreibt ber Menschen die versuchen ihren "Ich" zu finden und auáerhalb des normalen Lebens stehen. Mit dem Roman "Narziá und Goldmund" (1930) wird eine neue Entwicklungsstufe erreicht. Der H”hepunkt bildet sein letztes groáe Werk "Das Glasperlenspiel" (1943). Aber manche Menschen sehen "Der Steppenwolf" als H”hepunkt seines Werkes. Zeit seines Lebens erfuhr Hesse zahlreiche Ehrungen, z.B. 1946: Frankfurter Goethe und Nobelpreis. Handlung Hans Giebenrath ist ein sehr begabter Junge. Die Lehrer der Lateinschule, der Pfarrer, sein Vater.. alle sind damit einverstenden: der Junge muá ins Semiar. Dafr muá er das schwierige "Landexamen" bestehen, und das macht er, sogar als Zweitbester. Der lernbegierige Hans ist zwar stolz, aber er w„re lieber Primus geworden. Weil Hans soviel studieren muá, hat er fast keine Freizeit. Er ist immer zuhause und hat dadurch eine schlechte Gesundheit. Auch geistlich ist es eine schwere Belastung fr seine sensible Kinderseele, aber die Ehrgeiz seines Vaters (und deshalb auch seine) ist groáer. Selbst in seinen letzten Sommerferien wird er noch angespornt vorauszuarbeiten. Das macht er, denn er ist fleiáig und er findet es interessant. Im Maulbronner Semiar schlieát Hans Giebenrath Freundschaft mit Hermann Heilner (auch Hermann H. !), Dichter und Sch”ngeist. Wenn dieser einmal einen Krach hat mit einem seiner Mitschlern, wird er gestraft vom Direktor. Niemand darf noch was mit ihm zu tun haben. Hans ist nicht so tapfer, deshalb wagt auch er es nicht mehr, mit ihm zu reden. Heilner ist sauer und Giebenrath fhlt sich schuldig. Sie gehen einander eine ganze Zeit aus dem Weg. Hans geht es gar nicht gut. Er hat immer Kopfweh. Eines Tages im Winter wird auf einmal ein Junge vermiát. Es ist Hindinger, ein stiller Knabe. Nach einer Suchaktion wird er gefunden. Er ist in einem Weiher ertrunken. In Hans wird irgend etwas anders. Er erkennt seine Schuld und geht auf Heilner zu. Die Freundschaft wird erneuert. Und jetzt ist Hans die Freundschaft mit Heilner wichtiger als alles andere. Die Lehrer sehen mit Schrecken wie der bisherige tadellose Schler Giebenrath sich in ein problematisches Wesen verwandelt unter dem sclimmen Einfluá des verd„chtigen Heilners. Seine Leistungen werden immer weniger gut. Hans ist kein Primus, selbst kein knftiger Primus mehr, kein Musterschuler mehr. Er hat dadurch keine Lust mehr, zu arbeiten und sondert sich immer mehr mit Heilner ab. Er f„ngt immer mehr zu Tr„umen an. Die Professore machen sich sorgen um ihn. Eines Tages l„uft Heilner davon. Wenn er gefunden wird, wird er in Schanden entlassen. Abends reist er mit seinem Vater auf Nichtwiederkommen ab. Von seinem Freund Giebenrath kann er nur mit einem H„ndedruck Abschied nehmen. Den Seminaristen wird der Briefwechsel mit ihm verboten, Hans h”rt nichts mehr von ihm. Hans geht es immer schlechter. Drei Wochen vor der Ferien strzt er ein. Er ist Nervenkrank und wird nach Hause geschickt. Sein Vater meint, daá er erst mal grndlich ausruhen muá, bevor er entscheidet, was er weiter machen wird. Hans fhlt sich verlassen, ungeliebt, ein totaler Versager. Immer denkt er an den Tod, an Selbstmord. Aber das scheint sich ein biáchen zu bessern. In seinen kranken Tagen erlebt der frhreife Jngling eine unwirkliche zweite Kinderzeit. Aber dazu schreibt Hesse: Wenn ein Baum entgipfelt wird, treibt er gern in - Wrzeln„he neue Sprossen hervor, und so kehrt oft auch eine Seele, die in der Blte krank wrde und verdarb, in die frhlinghafte Zeit der Anf„nge und ahnungsvollen Kindheit zurck, als k”nnte sie dort neue Hoffnungen entdecken und den abgebrochenen Lebensfaden neue anknpfen. Die Wurzelsprossen geilen saftig und eilig auf, aber es ist ein Scheileben, und es wird nie wieder ein rechter Baum daraus." Im Herfst hilft Hans mit beim Mosten in seinem Dorf. Dort lehrt er Emma kennen, ein kr„ftiges Bauernm„dchen. Hans verliebt sich in ihr. Auf Vorschlag seines Vaters geht er in die Lehre in einer Mechanikerwerkstatt. Er hat eine Verabredung mit Emma, aber am n„chsten Tag erf„hrt er daá sie grálos abgereist ist. Hans ist gequ„lt. Die Arbeit im Werkstatt gef„llt ihm auch nicht. August, ein frher Klassenkamerad, fragt ihn ob er einmal mitgeht in die Stadt, auf ein Sonntag, mit einigen anderen die in der Werkstatt arbeiten. Sie gehen in ein paar Kneipen und besaufen sich. Hans kehrt nicht mehr nach Hause zurck auf den Sonntag. Am n„chsten Tag wird sein Leib im Fluá aufgefunden. Thema Diese Erz„hlung zeigt wie ein begabter Knabe, dem der Ehrgeiz seines Vaters und der Lokalpatriottismus seiner Heimatstadt eine Rolle aufn”tigen, die ihm nicht entspricht, "unters Rad" gedr„ngt wird. Wenn einem Kind seine Jugen nicht einmal geg”nnt wird, wird es nie ein ausgeglichener Mensch werden. Denn aus einem entgipfelten Baum wird nie wieder einen rechten. Das Ende des Buches ist also der H”hepunkt; Hans' Tod ist die unvermeidliche Folge der Verh„ltnisse. Charakter Hans Giebenrath ist ein begabter, lernbegieriger Junge. Er ist ein biáchen scheu und still und sehr sensibel. Er ist ein rechter Musterschuler (solange es geht), denn er will niemand entt„uschen. Aber es wird mehr und mehr von ihm verlangt und dadurch kommt er "unters Rad" Bei Hans ist ein unheilbarer Schaden angerichtet. Das fhrt dazu, daá er schlieálich Selbstmord begeht. Joseph Giebenrath, Hans' Vater ist ein richtiger Durchschnittsbrger. Sehr viel Gefhl hat er nicht, vielleicht versteht er darum seinen Sohn nicht so gut, denn der ist sehr sensibel. Er ist stolz auf seinen Sohn. Wenn Hans krank wird, ist er entt„ust, aber am Ende des Buches stellt sich heraus, daá er doch wohl einsieht, daá auch er etwas falsch gemacht hat. Aber dann ist es schon zu sp„t. Hermann Heilner: Nicht nur seinen Namen gleicht dem Hermann Hesses. Heilner entfloh genau wie Hesse aus dem Internat weil er den aufgezwungen Lern- und Religionsstaff und die erstickende šberfremdung seines erwachenden Selbst nicht ertrug. Heilner war ein Dichter, Hesse auch. Heilner war der beste Freund von Hans. Ihre Freundschaft war sehr stark, trotz ihrer vielen Unterschiede. Ihre Žhnlichkeit ist eigentlich nur, daá beide sehr gescheit und begabt sind. Hermann ist ein Philosoph, ein Knstler und ein Rebell. Er ist auch ziemlich berzeugt von sichselbst. Bei den Lehrern ist er nicht beliebt, weil er so aufs„ssig ist. Vor dem Krach sieht Heilner ein biáchen auf Giebenrath nieder (wie auf jeder seiner - Mitschler), aber nachdem der Krach zu Ende ist, scheinen die beiden unzertrennlich. Aber Heilner, Individualist, entschlieát sich doch das Internat zu verlassen. Fr Giebenrath bleibt dann gar nichts mehr berig. Emma ist ein kr„ftiges Bauernm„dchen, das gar nicht merkt, was fr ein Junge Hans ist. Sie sucht nur ein kleines Abenteuer. Von Liebe ist bei ihr nicht die Rede. Hans aber ist hoffnungslos verliebt. August ist ein frherer Schulkamarad von Hans. er meint es gut mit ihm, aber auch er sieht nicht was mit Hans los ist. Meister Fleig, der Nachbar, versteht noch am meisten von Hans. Aber er ist nicht in der Lage, ihm zu helfen. Struktur Das Buch ist in sieben Kapiteln aufgeteilt. Die Geschichte wird aus dem auktorialen Perspektive erz„hlt. Fr die Geschichte wichtige Personen werden ausfhrlich beschrieben. Das gilt auch fr die Gegend, in dem die Geschichte sich abspielt, das idyllische Leben einer kleinen schw„bischen Stadt. Eigene Meinung Ich fand "Unterm Rad" ein sch”nes Buch. Es ist so geschrieben, daá man die Bilder vor sich sieht (z.B. wenn beschrieben wird wie im Herbst gemostet wird. Die Personsbeschreibungen waren manchmal sehr humoristisch. Die geschichte selbst fand ich sehr traurig, In besonderes der Tod der Hans. Es war auch sehr traurig weil die Geschichte so realistisch ist.