Siddartha; eine indische Dichtung Simone Groothuis Hermann Hesse fa.groothuis@introweb.nl erschienen 1922 Hermann Hesse wurde 1877 in Calw Wrttemberg geboren und starb 1962. Sein Vater war Missionar in Indien. Hesse hat ein theologisches Studium in Maulbronn absolviert, hatte aber damit viel Mhe gehabt, weil er den augezwungenen Lern- und Religionsstoff nicht ertragen konnte. Er war der Meinung daá er durch diesen Lehre nicht frei war seinen eigenen Weg zu gehen um sich selbst zu entwickeln, genauso wie Siddharta. Hesses Ausbildung und Erfahrungen (z.B. auf seine Indienreise in 1911 und seine ostasiatischen Studien) haben sehr viel Einfluá gehabt auf sein Werk. Hessa hat auch immer viel gelesen, er war noch einigen Zeit Buchhandelslehrling und -Gehilfe. Siddhartas Sicht auf die indische Religion kann man betrachten wie Hesses eigene Sicht auf das Christentum. Hesses erstes Werk war eine Gedichtbndel: Romantische Lieder (1899). Im selben Jahr schrieb er auch "Eine Stunde nach Mitternacht", wieder einen Gecichtbndel. Ab 1904 widmet er sich wegen des Erfolges seines ersten Romans "Peter Camenzind" v”llig dem Schreiben. In 1919 schreibt er "Demian", in 1922 "Siddharta", in 1920 "Kinderseele", "Klein und Wagner" und "Klingsars letzte Sommer". In 1927 erschien das Buch "Der Steppenwolf" Dieses Buch ist das wichtigste in dieser Phase, in der Hesse schreibt ber Menschen die versuchen ihren "Ich" zu finden und auáerhalb das normale Leben stehen. Eine neue Entwicklungsstufe erreicht Hesse mit sinem Roman "Narziá un Goldmund" (1930) Der H”hepunkt bildet sein letztes groáe Werk "Das Glasperlenspiel" (1943). Es gibt aber auch Menschen die "Der Steppenwolf" als dem H”hepunkt seines Werkes sehen. Das Buch "Siddharta; eine indische Dichtung" ist 1922 erschienen bei S. Fischer in Berlin. Zusammen mit den Bchern "Kinderseele", "Klein und Wagner" und "Klingsors letzter Sommer" ist "Siddharta" 1931 auch in einer Sammlung erschienen unter den Namen "Weg nach Ihnen" Einige Stilmerkmale die diesen Roman kennzeichnen sind: Vergleiche, Bilder und Symbole (z.B. der Vogel, der Fluá), innere Monologe und psychologische Beschreibungen. Weil das Buch 1922 geschrieben ist und weil die Handlung sich in Indien in den h”heren Kasten abspielt, ist das Wortgebrauch ein wenig altmodisch. Es werden auch viel W”rter bezutzt die aus dem Hinduismus stammen, wie Atman, Brahman, Om, Nirwana, Sansara usw. Die Geschichte wird aus der personalen Perspektive erz„hlt. Der Autor berichtet durch eine in der Handlung auftretende Person (Siddharta). Irgendwie kann man das Buch auch sehen wie ein "verpackte" Autobiographie. Der Hauptperson Siddharta ist ein deutlicher Roundcharcter, sein Leben und vor allem sein Entwicklung werden sehr ausfhrlich beschrieben (und auch seine Haltung seinen Mitmenschen gegenber.) Handlung Siddharta ist der Sohn eines Brahmanen. Er ist gelehrig, stark, sch”n: alle leiben ihn. Sein bester Freund heiát Govinda. Siddharta ist aber nicht zufrieden, denn niemand kann ihm sagen, was der Weg zum Brahman ist, zu der Erl”sung. Obwohl es sein Vater nicht gef„llt, geht Siddharta mit Govinda zu den Samanas (eine Gruppe pilgernde Asketen). Er lernt denken, warten und Fasten, aber er weiá daá er mit diesen Techniken sein Ziel nicht erreichen wird: leer werden gelingt ihm immer nur eine Weile. Die beiden h”ren viel ber einen gewissen Gotama und viel Pilger und M”nche sind zu ihm unterwegs. Siddharta und Govinda gehen zu ihm, obwohl Siddharta zweifelt ob er sein Ziel wohl erreichen wird wernn er Gotamas Lehre folgen wird. Wenn Govinda und Siddharta Gotama Buddha sehen, sind sie davon berzeugt daá er ein Heiliger ist. Govinda bleibt bei ihm um die Lehre zu erfahren aber Siddharta geht weg von Gotama und verl„át Govinda weil er nicht glaubt, daá Weisheit mitteilbar ist. Er sagt zu Buddha: "Keinem, o Ehrwurdiger, wirst du in Wirten und durch Lehre mitteilen und sagen k”nnen, was dir geschehen ist in der Stunde deiner Erleuchtung!" (...) "die Lehre enth„lt nicht das Geheimnis dessen, was der Erhabene selbst erlebt hat, er allein unter den Hundderttausenden." Siddharta geht allein weiter. Er kommt in die Stadt und dort begegnet er die Kurtisane Kamala, die ihm die Kunst der Liebe lernt. Dennn Siddharta will "sein Ich" nun zwischen "den Kindermensehen" in das normale Leben (sansara) suchen. Kamaswami, der Kaufmann, macht ihn reich und verhilft ihn zu Ansehen. Im Grunde verachtet Siddharta dieses Leben, aber er muá die Welt der gew”hnlichen Menschen erst erleben ehe er sich von den weltlichen Dingen l”sen kann und den Kreislauf des Todes und der Wiedergeburt durchbrechen kann. Es Sieht so aus daá Siddharta v”llig in diesem Leben integriert und das Denken, Warten und Fasten das er bei den Samanas gelernt hat wieder verlehrt hat. Dann hat er einen Traum ber einen Vogel (hier ein Symbol fr das G”ttliche im Mensch, das Atman) der stirbt und seine Seele ist voll Unlust und Furcht ber sein Verhalten. Siddharta verl„át diesen Stadt und dieses Leben. Er kommt bei dem Fluá der er schon mal berquert hat als er nach ein Samana war. Er will untergehen in diesen Fluá, ertrinken und tot sein, aber die Erinnerung an seine Jugend und die Stimme des Flusses (sie sagt das heilige "Om") rufen ihn zurck. Siddharta schlieát Freundschaft mit Vasuveda, dem F„hrmann. Vasuveda kann sehr gut zuh”ren, das hat er von dem Fluá gelernt. Es hat sich die Nachricht verbreitet daá Gotama todkrank sei und sterben werde. Kamala will zu ihm gehen, zusammen mit ihrem Sohn, der sie nach derAbreise von Siddharta von ihm bekam. Bei dem Fluá wird sie aber von einer Schlange gebissen und stirbt. Siddharta soll nun fr seinen Sohn sorgen. Der Sohn ist aber sehr verw”hnt und h”rt berhaupt nicht auf seinem Vater. Siddharta akzeptiert dies und versucht mit viel Geduld seinen Sohn zu erziehen. Eines Tages ist der Junge aber gegangen, zurck nach der Stadt. Siddharta folgt ihn aber kommt dann zu dem Entschluá daá dies eigentlich ganz natrlich ist; sein Vater hat ihn ja frher auch gehen lassen. Aber die Wunde brennt noch immer. Vasuveda nimmt ihm mit zum Fluá. Siddharta hat schon viel von Fluá gelernt. Die Kindermenschen sieht er jetzt viel weniger stolz, mehr beteiligt und interessiert. Er fhlt sich nicht mehr der Uberlegene der Kindermenschen. Aber jetzt h”rt Siddharta alles was der Fluá ihm zu sagen hat. Das Gluck ist nichts anders als ein Bereitschaft der Seele, eine F„higkeit, eine geheime Kunst, jeden Augenblick, mitten im Leben,den Gedanken der Einheit denken, die Einheit fhlen und einatmen zu k”nnen. Er sieht das alles Gut ist, so wie es ist. Govinda besucht ihm noch einmal Siddharta. Er pilgert n„mlich noch immer, ohne sein Ziel erreicht zu haben, und er hat geh”rt ber einen sehr weisen F”hrmann. Wieder erkennt er Siddharta nicht, Siddharta ihm aber wohl. Govinda m”chte wissen, ob Siddharta keine Lehre hat. Aber Siddharta hat keine. Wenn Govinda Siddharta auf die Stirn kát, sieht er in Siddhartas Gesicht aber auch die Einheit in einer Shauung. Analyse Das Buch ist aufgeteilt in zwei Abschnitten ohne Titel, die auch wieder aufgeteilt sind in je vier und acht Kapitel. Diese Gliederung deutet hin auf die verschiedenen Entwicklungsstufen die Siddharta mitmacht. Erster teil: 1 Der Sohn des Brahmanen 2 Bei den Samanas 3 Gotama 4 Erwachen Zweiter teil: 5 Kamala 6 Bei den Kindermenschen 7 Sansara 8 Am Flusse 9 Der F„hrmann 10 Der Sohn 11 Om 12 Govinda 1 Siddhartas Jugend im Elternhaus 2 Siddharta zusammen mit Govinda als Asket bei den Samanas 3 Siddaharta bei Buddha Gotama 4 Siddharta entscheidet, daá er allein weitergehen wird und nie mehr von andern eine Lehre annehmen wird, weil er glaubt daá das zwecklos ist. 5 Siddharta begegnet Kamala. Sie lehrt ihm die Kunst der Liebe, dafr muá Siddharta aber erst sorgen, daá er reich wird. 6 Siddharta arbeitet bei einem Kaufmann aber sieht die Arbeit wie eine Art Spiel 7 Sansara ist das "Kinderspiel", es sind die erdische Sachen die eigentlich T„uschung sind (It. des Hinduismus) Siddharta kommt mitten drin, f„ngt an ein rechter Gesch„ftsmann/ Kindermensch zu werden der um Verluste kmmert. Ein Traum sagt ihm daá er so nicht glcklich wird. 8 Siddharta will am liebsten tod sein. Er will ertrinken im Fluá. Aber das Wasser spricht das heilige "Om" und Siddharta erh„lt neue Lebenskraft. Er ist nicht hochmtig mehr. 9 Siddharta als F„hrmann bei Vasuveda 10 Siddaharta in der Rolle des Vaters 11 Siddharta als Heiliger der den Kreislauf des Todes und Wiedergeburt durchbrochen hat. Jedesmal, wenn eine Entwicklung, in den er neue Erkenntnisse erworben hat, gegangen ist, stirtbt die Seele Siddhartas eigentlich und f„ngt dann neu an im n„chsten Entwicklungsphase. Erster teil (1-4) Es handelt sich um die Zeit in der Siddharta die Lehren anderer Menschen folgt, mit seinem Freund Govinda Zweiter Teil (5-12) Siddharta folgt keine Lehren mehr und erreicht am Ende die Erl”sung. Charaktere Siddhartas Vater liebt seinen Sohn sehr und es f„llt ihm schwer ihn zu verlieren Govinda liebt Siddharta und sieht ihm als sein groáes Vorbild. Govinda ist wohl jemand der Lehren folgt. Siddharta bewundert Gotama sehr, aber er steht seiner Lehre doch skeptisch gegenber weil er glaubt, daá Weisheit nicht durch Worte bertragbar ist. Kamala lernt Siddharta die Kunst der LIebe. Kamala sieht in Siddharta auch ein Weiser. Die beiden sind jedoch nicht ineinander verliebt. Siddharta sagt einmal: "Die Menschen von unserer Art k”nnen vielleicht nicht lieben. Die Kindermenschen k”nnen es; das ist ihr geheimnis" Kamaswami sieht Siddaharta nur als Gelehrter weil er lesen und schreiben kann. Er sieht ihn nicht als einene guten Gesch„ftsmann, weil er mehr an dem Menschen als an den Gesch„ften interessiert ist. Vasuveda ist ein Weiser, obwohl er nicht so ein Denker ist wie Siddharta. Er hat den Kreislauf des Todes und Wiedergeburt berwonnen, durch den Fluá der er zugeh”rt hat. Er kann sehr gut zuh”ren, was Siddharta sehr bewundert. Sein Sohn kennt seinen Vater nicht, weil er ohne ihn aufgewachsen ist. Es ist sehr verw”hnt und h”rt nicht auf seinen Vater. Siddharta ist voller Geduld und Verst„ndniá, aber tut ihm leid. Sp„ter akzteptiert Siddharta es: auch er muá die Entwicklungen mitmachen der auch Siddharta erlebt hat. Der Fluá spielt eine sehr groáe Rollen im Leben von Siddharta. Es war die Stimmen des Flusses der das Wort Om (die Vollendung, das G”ttliche) ausgesprochen hat. Der Fluá steht fr das Zeitlose: der Fluá ist zuselben Zeit an verschiedenen Stellen un stromt immer weiter. Der Fluá durchbricht die Beschr„nkung von Raum und Zeit und damit den Kreislauf des Todes und der Wiedergeburt. Wenn man sich das Leben wie eine Fluá vorstellt, gibt es keine Zeit und so auch kein Leiden mehr. Dieses Buch ist meine Meinung nach ein Buch das handelt um die Hauptsache im Menschenleben.