Leben des Galilei Bertolt Brecht Leben des Galilei - Bertolt Brecht Schauspiel 1938/1939 geschrieben Urauffhrung erster Fassung 1943 Urauffhrung der zweiten Fassung 1947 Autor Bertolt Brecht wurde 1898 in Augsburg geboren. Nach seinem Abitur de Realgymnasiums 1917 begann er in Mnchen das Studium der Medizin. Dieses Studium máte er aber schon frh abbrechen, weil er Anfang 1918 als Sanit„ter in Augsburg seinen Milit„rdienst erfllen muáte 1918 debutierte Brecht mit dem Drama "Baal". Danach schrieb er das Drama "Sparta- kus"(sp„terer Titel: "Trommeln in der Nacht") 1924 zog Brecht nach Berlin um dort ln Dramaturg zu arbeiten. In den Jahren 1919-1933 schrieb er sehr viel, z.B. "Lyrische Hauspostille" (1929, Gedichtenbundel), "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny", und "Anmerkungen zur Oper Mahagonny" (1928) und "Die heilige Johanna der Schlachth”fe"(1930). 1933 entfloh Brecht, ein Tag nach den Buchverbrennungen, sein Vaterland um In Exil zu Leben. Zuerst zog er in die Schweiz, sp„ter wohnte er aber auch noch in Skandinavien, in der UdSSR und schieálich in der USA. In diesen Jahren entstanden Werke wie z.B. "Furcht und Elend des dritten Reiches"(1938), "Mutter Courage und ihre Kinder"(1939), Der gute Mensch von Sezuan" (1942) und "Der kaukasische Kreidenkris"(1945), Bcher, in denen Brecht seine ersten Erfahrungen mit dem durch den Krieg verursachten Elend verarbeitete und in denen er schrieb ber die Verzweiflung die er im Lazarett erfahren hatte. "Leben des Galilei" wurde 1938/1939 in D„nemark geschrieben. 1947 zog Brecht wieder nach Europa und besch„ftigte sich mit der Ausfhrung seiner Werke. Er starb 1956 in Berlin. Handlung 1. Venedig, 1610. Galileo Galilei. Lehrer der Mathematik zu Padua, will das neue Kopernikanische Weltsystem beweisen. 2. Weil er Geld braucht, verkauft er eine verbesserte Ausfhrung von einem Fernrohr, das in Amsterdam schon berall zu kaufen ist, als seine eigene Erfindung. 3. 10. Januar 1610. Vermittels des Fernrohrs entdeckt Galilei am Himmel erscheinun gen, welche das kopernikanische Weltsystem beweisen. Von seinem Freund Sagredo vor den m”glichen Folgen seiner Forscungen gewarnt, bezeugt Galilei seinen Glauben an die menschliche Vernuft. Der Kurator, der entdeckt hat, daá Galilei ihn mit seinem Fernrohr betrogen hat, ist wtend auf der Forscher. Er sagt"Zum Dank fr meine Freundlichkeit haben sie mich zum Gel„chter der Stadt gemacht. Ich werde im Ged„chtnis fortleben als der Kurator, der sich mit einem wertlosen Fernrohr herein liegen lieá. Sie haben allen Grund zu lachen. Sie haben Ihre 500 Skudi. Ich aber kann Ihnen sagen, und es ist ein ehrlicher Mann, der Ihnen das sagt: mich ekelt diese Welt an!" 4. Galilei vertauscht Venedig mit Florentiner Hof. Seine Entdeckungen durch das Fernrohr stoáen in der dortigen Gelehrtenwelt auf Unglauben. 5. Sogar eine Pestepidemie kann ihn nicht dazu bewegen, mit seinen Forschungen aufzuh”ren. Frau Sarti, Galileis Haush„lterin, bleibt bei ihm, und das kostet ihr das Leben. 6. Das Collegium Romanum, Forschunsinstitut des Vatikans, best„tigt Galileis Entdeck- ungen. 7. Aber die Inquisition setzt die Kopernikanische Lehre auf den Index (5. M„rz 1616). 8. Galilei hat ein Gespr„ch mit einem M”nch der groáes Intersse in seine Arbeit hat. 9. N ach achtj„hrigem Schweigen wird Galilei durch die Thronbesteigung eines neues Papstes, der selbst Wissenschaftler ist, ermutigt, seine Forschungen auf dem verbotenen Feld wieder aufzunehmen. Er untersucht jetzt Sonnenflecken. Ludovico, der Verlobte von Galileis Tochter Virginia, ist nicht mit Galileis Entscheidung einverstenden, und wenn Galilei nicht auf ihn h”rt bekommen sie Krach und Ludovico will seine Tochter nicht mehr heiraten. (Und Virginia bleit ihr ganzes Leben allein.) 10. Im folgenden Jahrzehnt findet Galileis Lehre beim Volk Verbreitung. Pamhletisten und Balladens„nger greifen berall die neuen Ideen auf. W„hrend der Fastnacht 1632 w„hlen viele St„dte Italiens als Thema der Fastnachtsumzge der Gilden die Astronomie. 11. 1633 beordet die Inquistion den weltbekannten Forscher nach Rom. 12. Der Papst und der Inquisitor entscheiden, daá Galilei unbedingt seine Lehre widerrufen muá. Falls n”tig werden sie zu diesem Zweck Zwangsmaánahmen ergreifen. 13. Galileo Galilei widerruft or der Inquistion am 22. Juni 1633 seine Lehre von der Bewegung der Erde. Seine Schler Andrea, Federzoni und der kleine M”nch sind sehr entt„uscht. Galilei meint aber, daá es Wahnsinn gewesen w„re wenn er sich h„tte umbringen lassen. 14. 1633-1642 Galileo Galilei lebt in einem Landhaus in der N„he von Florenz, bis er zu seinem Tod ein Geangener der Inquistion. Weil er nicht mit seinem Hobby aufh”ren kann, schreibt er weiter an seine "Discorsi". Das erlauben ihn seine Oberen, wenn er alles was er geschrieben hat abgibt. Er macht aber heimlich eine Abschrift. Andrea meint dann, daá Galilei aus šberzuegung wiederrufen hat, und er bedauert es, daá er das nicht eher gesehen hat, und das er seinen alten Lehrer verleugnet hat. Aber Galilei sagt, daá er nur widerrufen hat, weil sie ihm die Folterinstrument gezeigt hatten. 15. schmuggelt Andrea Galileis Buch "Discorsi" ber die italienischer Grenze; er ist wohl bereit sein Leben in Gefahr zu bringen fr die Wissenschaft. Thema Dieses Schauspiel handelt nicht nur ber Wissenschaft, es handelt auch ber Helden. Galileo Galilei hat durch seinen Beweis fr die kopernikanische Lehre das ganze damals allgemein akzeptierte Weltbild umgeworfen. Er bewies daá man nicht alles was die Kirche damals vorschrieb ohne weiteres annehmen muáte. Das war sehr revolution„r. In dieser Hinsicht kann man sagen das er ein Held war: Er hat fr die Wissenschaft sehr viel bedeutet. Aber Galileo Galilei macht auch etwas sehr unheldhaftiges: Er widerruft seine eigene Lehre wenn sein Leben in Gefahr kommt. (Dies ist das H”hepunkt des Buches.) Seine Schuler sind sehr entt„uscht. Andrea sagt: "Unglcklich das Land, das keine Helden hat" Wenn Galilei das h”rt, antwortet er: "Nein. Unglcklich das Land, das Helden n”tig hat" Diese Aussprache stimmt ein biáchen berein mit der Auffasseung von Berthold Brecht, das es Wahnsinnig ist fr das Vaterland zu sterben. Andrea, wenn er h”rt daá Galilei seine "Discorsi" weiter geschriebenhat, denkt dann etwas „hnliches: wenn Galilei gestorben w„re, w„re ein groáer Wissenschaftler verlorengegangen und w„re die "Discorsi" nie zu Ende geschrieben. Galilei sagt dann aber, daá er nicht um jenen Grund widerrufen hat. Das Thema ist durch die Zeit beeinfluát. Das Buch wurde 1938/1939 geschrieben, als die Zeitungen die Nachricht von der Spaltung des Uran-Atoms durch den Physiker Otto Hahn und seine mitarbeiter gebracht hatten. Diese Entdeckungen hatte positieven aber auch negatieven Anwendungen: sie machte die Bau von schrecklichen Waffen m”glich. Ist Wissenschaft also wohl immer etwas gutes? Muá mann bereit sein, alles fr die Wissenschaft zu beseitigen? Vielleicht hat Brecht "Leben des Galilei" geschrieben, um diese Problematik darzustellen. Character Galileo Galilei, der berhmte Wissenschaftker wird von Brecht dargestellt als ein rationalistischer Mann. Seine einzige Leidenschaft ist die Wissenschaft, er will um jeden Preis die - Wahrheit entdecken, aber er ist nicht bereit sein Leben zu opfern fr diese Wahrheit, obwohl er selbst gesagt hat: "Wer die Wahrheit nicht weiá, der ist bloá ein Dummkopf. Aber wer sie weiá und sie eine Lge nennt, der ist ein Verbrecher!" Er find seine Untersuchungen wichtiger als die Situatione anderer Leute: Der Kurator wird von ihm betrogen, weil er Geld braucht. Was mit dem armen Mann passiert, daran denkt Galilei nicht. Seine Haush„lterin stirbt an der Pest, weil sie bei ihm bleibt und seine Tochter verliert ihren Verlobten durch sein Verhalten. Andrea Sarti ist der Sohn von Galileis Haush„lterin. Er ist Schuler von Galilei. Er schmuggelt die "Discorsi" ber die Grenze. Frau Sarti ist Galileis Haush„lterin, Andreas Mutter. Sie kmmert sich so um Galilei, daá sie ihn nicht verlassen will wenn die Pest ausbricht. Das kostet ihr Leben. Ludovico Marsili ist ein reicher junger Mann, der Verlobte von Virginia, Galileis Tochter. Wenn Galileis Arbeit jedoch zu umstritten wird, will er seine Tochter nicht mehr heiraten. Federzoni ist Linsenschleifer und Mitarbeiter Galileis, wie der kleine M”nch. Eigene Meinung Das Buch war schwer zu lesen, trotz es nicht so dick war. Ich fand es schwer die Geschichte zu verstehen. Die geschichte war doch sch”n.