Deutsche Filme im Unterricht

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Rezensionen zu aktuellen deutschen Filmen,  Informationen zum Gebrauch  von Filmen im Unterricht.
Für Deutschlehrer und Deutschlehrerinnen in den Niederlanden und weltweit.
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  • Aktueller Stand (Mai 2007): 52 Rezensionen online
  • Für Ihre Schüler (leider nur auf Niederländisch) gibt es im vaklokaal Duits eine Liste deutscher Filme mit Kurzbeschreibungen.
  • Auch gibt es im vaklokaal im Duitsland-ABC ein SPEZIAL: De Duitse film toen en nu (Der deutsche Film - früher und jetzt)
  • Anmerkungen, Hinweise, Lob und Kritik: Paul Goossen:  info AT duits.de









Titel und Erscheinungsjahr

Das Wunder von Lengede (2003)

Kurzinhalt:

Als am 24. Oktober 1964 der Klärteich der niedersächsischen Eisenerzgrube 'Mathilde'  einbricht, werden 128 Bergleute und ein Monteur unter Tage eingeschlossen. 79 Männer können sich zunächst retten, für die anderen scheint alle Hoffnung verloren. Zehn Tage später, als die Grubenleitung die Suche beenden will, entdecken die Helfer bei einer Suchbohrung einen Hohlraum, wenig später Klopfzeichen. Elf Männer haben es in einen aufgegebenen Stollen geschafft, aber ihre Kräfte sind am Ende. Unter Anteilnahme der Angehörigen und - via Presse, Hörfunk und TV - der gesamten Bundesrepublik beginnt eine verzweifelte Rettungsaktion, die erst weitere vier Tage später, am 7. November, ihr glückliches Ende nimmt. Die dramatische Rettung sollte als "Das Wunder von Lengede" in die Geschichte eingehen.

Regisseur

  • Kaspar Heidelbach

Hauptdarsteller

Meine Bewertung

Webseite zum Film

http://www.das-wunder-von-lengede.de 

Inhalt

24. Oktober, 1963: In der Eisenerzgrube Lengede bricht der Klärteich 12. Eine halbe Million Kubikmeter Wasser und Schlamm überfluten den Schacht Mathilde und schließen 129 Bergleute ein. Während einige Männer noch in der Nacht gerettet werden können, werden am Tag nach dem Unglück noch 43 Bergleute vermisst.

Die Rettungsarbeiten laufen fieberhaft. Doch je mehr Zeit vergeht, desto weniger Hoffnung gibt es, noch weitere Überlebende zu finden. Dennoch ist es 21 Kumpeln gelungen, sich in 60 Meter Tiefe in einen Alten Mann zu retten -- einen Hohlraum in einem stillgelegten Teil des Schachts, der jedoch jederzeit einstürzen kann. Unter den Eingeschlossenen befinden sich auch die Freunde Franz Wolbert (Heino Ferch) und Bruno Reger (Jan Josef Liefers), die beständig den Tod durch Hunger, Nässe oder herabstürzende Felsbrocken vor Augen haben. An der Oberfläche bangen Helga Wolbert (Nadja Uhl) und Renate Reger (Heike Makatsch) gemeinsam mit den anderen Frauen verzweifelt um das Leben ihrer Männer.

Bergwerksdirektor Dr. Dietz (Günther Maria Halmer) will die Suche abrechen, aber Bohrmeister Grabowski (Armin Rohde) und Ingenieur Hansen (Sylvester Groth) geben die Hoffnung nicht auf. Während in der Kirche der Trauergottesdienst für die vermissten Kumpel abgehalten wird, trifft Grabowski bei seiner Bohrung endlich auf das erhoffte Lebenszeichen. Die Rettung scheint zum Greifen nah, doch technische Schwierigkeiten scheinen die Eingeschlossenen endgültig zum Tode zu verurteilen. [Quelle: Amazon.de]

Dass kommerzielles Fernsehen nicht immer Schund hervorbringen muss, zeigt "Das Wunder von Lengede". Der Film - als Zweiteiler von SAT1 im November 2003 ausgestrahlt - wurde von mehr als neun Millionen Zuschauern verfolgt und räumte auch bei den Fernsehpreisen ordentlich ab. (U.a. ein 'Bambi' und den  Adolf Grimme Preis 2004). Nach der Tunnel gelang SAT1 somit ein weiterer Erfolg mit der Verfilmung eines Stoffes aus der neueren deutschen Geschichte. Eine Art "Heldengeschichte" dazu, die wohl genau den Zeitgeist trifft (vgl. "Das Wunder von Bern", "Luther", Good Bye Lenin!)

Der Untertitel "nach einer wahren Begebenheit" verweist darauf, dass - abgesehen von den tatsächlich passierten Ereignissen - die menschlichen  Schicksale der Betroffenen in einem fiktionalisierten Zusammenhang im Mittelpunkt stehen. Und das Konzept geht auf: Bei viel Spannung, gelegentlich ein bisschen viel Pathos (vor allem durch den Soundtrack), einem schlüssigen  Drehbuch, einem Budget von 6 Mio. Euro und nicht zuletzt einer hervorragenden Besetzung ist ein gelungener Film dabei herausgekommen.

Didaktische Bewertung und Empfehlungen

sprachlich

Leider, leider kommt die DVD ohne Untertitel. Das heißt, dass nur die Dialoge und einzelne Kommentare für alle verständlich sind. Zum Glück sprechen viele Hauptdarsteller ziemlich klar und sprechen die Actionszenen wohl für sich.  

thematisch

Das Thema ist für niederländische Schüler wohl gänzlich unbekannt. Der Film setzt da jedoch nicht hoch an; auch ohne jegliches Vorwissen ist er verständlich. Das Thema selbst ist meiner Meinung nach schon sehr spezifisch und hilft niederländischen Schülern nicht unbedingt viel weiter, die deutsche Gesellschaft zu verstehen. Da würde ich doch eher der Tunnel, das Boot oder andere Filme zur deutschen Geschichte bevorzugen.

Fazit

Ein guter Film für den Unterricht, obwohl mit einer Laufzeit von 188 Minuten eher unpraktisch fürs gemeinsame Anschauen und vom Thema her schon sehr spezifisch. Ein kleiner Tipp noch: Das Making of (ca. 45 Min.) ist besonders interessant! 

 

... weitere DVD-Rezensionen: 

   Besonders empfohlen für den Unterricht

Kriterien: Wenig Vorwissen erforderlich, deutsche Untertitel bzw. akustisch gut verständlich, jugendgerechte Themen, normale Länge (ca. 90 Minuten)

   Mit Einschränkungen brauchbar

Kriterien: Keine Untertitel bzw. sprachlich schwieriger verständlich, spezifischere Themen, inhaltlich bzw. künstlerisch anspruchsvoller (oder gerade: anspruchslos!), mehr Vorwissen erforderlich, auch längere Filme (> 100 Min.)

   Zu anspruchsvoll oder - für die Schule - "durchgefallen"

Kriterien:  Themen eher für Erwachsene, viel Vorwissen erforderlich, längere Filme, keine Untertitel bzw. sprachlich anspruchsvoll, Filme, die ich aus anderen gründen nicht im Unterricht einsetzen würde

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