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Titel und Erscheinungsjahr Schtonk! (1992)
Webseite zum Film - Inhalt Es war einmal eine bekannte Hamburger Illustrierte. Diese
hatte einen guten Ruf und wurde gerne gelesen. Doch populär und viel gelesen zu
sein, das reichte den Machern dieses Blattes nicht. Sie wollten nicht nur gute
Geschichten veröffentlichen. Sie suchten eine Geschichte, die als
Jahrhundert-Story in die deutsche Pressegeschichte eingehen sollte. Und sie
fanden sie. Allerdings ging sie auf andere Art in die Geschichte ein, als sich
die Redakteure dieses Blattes dies gedacht hatten.
Die Geschichte vom Stern und den gefälschten Hitler-Tagebüchern, die
als einer der größten Skandale der deutschen Pressegeschichte gilt, diente dem
Münchener Regisseur Helmut Dietl 1992 als Vorlage für einen der wahrscheinlich
boshaftesten, groteskesten, aber auch erfolgreichsten deutschen Filme der 90er
Jahre. Schtonk! nannte er ihn in Anspielung auf ein Wort, das Charlie
Chaplin in seinem Film Der große Diktator immer wieder benutzt, wenn
dieser in der Rolle des Adolf Hinkel vor einem Spiegel seine Reden übt.
Im Mittelpunkt des Filmes steht der eitle Journalist Herrmann Willié (Götz
George), der zufällig auf den zwielichtigen Fritz Knobel (Uwe Ochsenknecht)
trifft. Knobel ist kein unübler Geselle, allerdings ist er kein Freund harter
Arbeit. Als Willié ihm erklärt, er suche die definitive Geschichte des
Jahrzehnts, hat Knobel eine Idee: Was wäre wohl, wenn Adolf Hitler Tagebuch geführt
hätte? Das wäre doch eine Story. Knobel, der schon als Kind mit Hitler Geld
verdiente (er verkaufte Wehrmachtskappen an amerikanische Soldaten und
behauptete, sie hätten Hitler, einem "Big Nazi" gehört), setzt sich
also an seinen Schreibtisch und verfasst die Tagebücher. Willié nimmt ihm
diese bereitwillig ab. Knobel schwimmt schon bald im Geld und in Williés
Redaktion herrscht Hochstimmung. Bis zu jenem Tag, an dem Zweifel an der
Echtheit der Bücher auftauchen.
Dietls Film, der "Film zum Buch vom Führer" ist bösartig bis in
die Fingerspitzen. Er zeigt, wie das Dritte Reich von karrieregeilen
Journalisten zu einer Sensationsstory zusammengestrichen wird. So als hätten
all die fürchterlichen Verbrechen nur einen Sinn gehabt: Eine
profitversprechende Geschichte abzugeben. Es geht um Eitelkeiten,
Profilierungssucht und einen skrupellosen Steinzeit-Kapitalismus, im dem der
Gewinn zur obersten Maxime erklärt wird, egal, welche Leichen dafür gefleddert
werden müssen.
Hollywood zeigte sich von diesem trotz aller Bitterkeit äußerst witzigen
Film amüsiert und bedachte ihn 1993 mit einer Oscar-Nominierung. [Quelle: u.a.
Amazon.de] Didaktische Bewertung und Empfehlungen sprachlich Keine Untertitel auf dieser DVD. Damit ist der Film leider in sprachlicher Hinsicht bei dem Techtelmechtel und den vielen Dialekten unbrauchbar. thematisch Der Film ist zwar sehr witzig, doch die vielen Überspitzungen, Andeutungen und satirischen Pointen müssten den Schülern erklärt werden. Außerdem muss man wissen, dass hier die "Stern"-Stunde der deutschen Presse karikiert wird. Fazit Ich habe den Film [auf Videokassette, MIT Teletext-Untertiteln] in 5vwo mal gezeigt und war da nicht besonders zufrieden. Den Schülern entgehen aufgrund ihrer mangelnden Vorkenntnisse sehr viele Pointen, obwohl zum Glück jede Menge witzige Situationen übrig bleiben. Ein Beispiel: Wer nicht weiß, warum deutsche Kinder kurz nach dem Krieg Kriegssouvenirs an Amerikaner verkauften, kann auch den Witz schwer nachvollziehen, dass ein Amerikaner eine Wehrmachtsmütze kauft, die angeblich einem "Big Nazi", nämlich Adolf Hitler persönlich gehört hat. Dasselbe gilt für die Anfangsszene. Wer nicht weiß, dass Hitlers Leiche im Garten der Reichskanzlei verbrannt wurde, kann auch nicht lachen über die Szene, wo ein stotternder SS-Mann nach mehreren Versuchen mit einem Streichholz seinem Vorgesetzten meldet: "Er brennt nicht.". - (Antwort: "Wie meinst du?") - "Der F-F-Führer. Er brennt nicht...". So gibt es einfach zu viel zu erklären... Fazit: Ein genialer und sehr witziger Film in seinem Genre, nur nicht gerade für unsere Schüler geeignet.
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