Deutsche Filme im Unterricht

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Rezensionen zu aktuellen deutschen Filmen,  Informationen zum Gebrauch  von Filmen im Unterricht.
Für Deutschlehrer und Deutschlehrerinnen in den Niederlanden und weltweit.
  • Die Seiten Deutsche Filme im Unterricht sind ein deutschsprachiger Teilbereich der Webseite www.duits.de, das große nicht-kommerzielle online Portal für Deutschlernende und Deutschlehrende in den Niederlanden.
  • Aktueller Stand (Mai 2007): 52 Rezensionen online
  • Für Ihre Schüler (leider nur auf Niederländisch) gibt es im vaklokaal Duits eine Liste deutscher Filme mit Kurzbeschreibungen.
  • Auch gibt es im vaklokaal im Duitsland-ABC ein SPEZIAL: De Duitse film toen en nu (Der deutsche Film - früher und jetzt)
  • Anmerkungen, Hinweise, Lob und Kritik: Paul Goossen:  info AT duits.de









Titel und Erscheinungsjahr

Schtonk! (1992)

Kurzinhalt:

Zwei, die sich einfach finden mussten: der geniale Fälscher Fritz Knobel, der bereits gute Geschäfte mit selbstverfertigten Nazi-Devotionalien machte, und der von Geldnöten geplagte, windige Reporter Hermann Willié. Auf der Suche nach dem großen Coup erfährt Willié von angeblichen Hitler-Tagebüchern, ohne zu ahnen, daß diese nächtens von Knobel verfertigt werden. Er glaubt an den scheinbaren Sensationsfund - auch als die Tagebücher schließlich als Fälschung entlarvt werden.

Regisseur

  • Helmut Dietl (Late Show, Rossini)

Hauptdarsteller

  • Götz George 
  • Uwe Ochsenknecht (Die wilden Kerle)
  • Veronica Ferres (Late Show)
  • Harald Junke
  • Christiane Hörbiger 

Meine Bewertung

Webseite zum Film

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Inhalt

Es war einmal eine bekannte Hamburger Illustrierte. Diese hatte einen guten Ruf und wurde gerne gelesen. Doch populär und viel gelesen zu sein, das reichte den Machern dieses Blattes nicht. Sie wollten nicht nur gute Geschichten veröffentlichen. Sie suchten eine Geschichte, die als Jahrhundert-Story in die deutsche Pressegeschichte eingehen sollte. Und sie fanden sie. Allerdings ging sie auf andere Art in die Geschichte ein, als sich die Redakteure dieses Blattes dies gedacht hatten.

Die Geschichte vom Stern und den gefälschten Hitler-Tagebüchern, die als einer der größten Skandale der deutschen Pressegeschichte gilt, diente dem Münchener Regisseur Helmut Dietl 1992 als Vorlage für einen der wahrscheinlich boshaftesten, groteskesten, aber auch erfolgreichsten deutschen Filme der 90er Jahre. Schtonk! nannte er ihn in Anspielung auf ein Wort, das Charlie Chaplin in seinem Film Der große Diktator immer wieder benutzt, wenn dieser in der Rolle des Adolf Hinkel vor einem Spiegel seine Reden übt.

Im Mittelpunkt des Filmes steht der eitle Journalist Herrmann Willié (Götz George), der zufällig auf den zwielichtigen Fritz Knobel (Uwe Ochsenknecht) trifft. Knobel ist kein unübler Geselle, allerdings ist er kein Freund harter Arbeit. Als Willié ihm erklärt, er suche die definitive Geschichte des Jahrzehnts, hat Knobel eine Idee: Was wäre wohl, wenn Adolf Hitler Tagebuch geführt hätte? Das wäre doch eine Story. Knobel, der schon als Kind mit Hitler Geld verdiente (er verkaufte Wehrmachtskappen an amerikanische Soldaten und behauptete, sie hätten Hitler, einem "Big Nazi" gehört), setzt sich also an seinen Schreibtisch und verfasst die Tagebücher. Willié nimmt ihm diese bereitwillig ab. Knobel schwimmt schon bald im Geld und in Williés Redaktion herrscht Hochstimmung. Bis zu jenem Tag, an dem Zweifel an der Echtheit der Bücher auftauchen.

Dietls Film, der "Film zum Buch vom Führer" ist bösartig bis in die Fingerspitzen. Er zeigt, wie das Dritte Reich von karrieregeilen Journalisten zu einer Sensationsstory zusammengestrichen wird. So als hätten all die fürchterlichen Verbrechen nur einen Sinn gehabt: Eine profitversprechende Geschichte abzugeben. Es geht um Eitelkeiten, Profilierungssucht und einen skrupellosen Steinzeit-Kapitalismus, im dem der Gewinn zur obersten Maxime erklärt wird, egal, welche Leichen dafür gefleddert werden müssen.

Hollywood zeigte sich von diesem trotz aller Bitterkeit äußerst witzigen Film amüsiert und bedachte ihn 1993 mit einer Oscar-Nominierung. [Quelle: u.a. Amazon.de]

Didaktische Bewertung und Empfehlungen

sprachlich

Keine Untertitel auf dieser DVD. Damit ist der Film leider in sprachlicher Hinsicht bei dem Techtelmechtel und den vielen Dialekten unbrauchbar.

thematisch

Der Film ist zwar sehr witzig, doch die vielen Überspitzungen, Andeutungen und satirischen Pointen müssten den Schülern erklärt werden. Außerdem muss man wissen, dass hier die "Stern"-Stunde der deutschen Presse karikiert wird. 

Fazit

Ich habe den Film [auf Videokassette, MIT Teletext-Untertiteln] in 5vwo mal gezeigt und war da nicht besonders zufrieden. Den Schülern entgehen aufgrund ihrer mangelnden Vorkenntnisse sehr viele Pointen, obwohl zum Glück jede Menge witzige Situationen übrig bleiben. Ein Beispiel: Wer nicht weiß, warum deutsche Kinder kurz nach dem Krieg Kriegssouvenirs an Amerikaner verkauften, kann auch den Witz schwer nachvollziehen, dass ein Amerikaner eine Wehrmachtsmütze kauft, die angeblich einem "Big Nazi", nämlich Adolf Hitler persönlich gehört hat. Dasselbe gilt für die Anfangsszene. Wer nicht weiß, dass Hitlers Leiche im Garten der Reichskanzlei verbrannt wurde, kann auch nicht lachen über die Szene, wo ein stotternder SS-Mann nach mehreren Versuchen mit einem Streichholz seinem Vorgesetzten meldet: "Er brennt nicht.". - (Antwort: "Wie meinst du?") - "Der F-F-Führer. Er brennt nicht...". So gibt es einfach zu viel zu erklären...  Fazit: Ein genialer und sehr witziger Film in seinem Genre, nur nicht gerade für unsere Schüler geeignet.

 

... weitere DVD-Rezensionen: 

   Besonders empfohlen für den Unterricht

Kriterien: Wenig Vorwissen erforderlich, deutsche Untertitel bzw. akustisch gut verständlich, jugendgerechte Themen, normale Länge (ca. 90 Minuten)

   Mit Einschränkungen brauchbar

Kriterien: Keine Untertitel bzw. sprachlich schwieriger verständlich, spezifischere Themen, inhaltlich bzw. künstlerisch anspruchsvoller (oder gerade: anspruchslos!), mehr Vorwissen erforderlich, auch längere Filme (> 100 Min.)

   Zu anspruchsvoll oder - für die Schule - "durchgefallen"

Kriterien:  Themen eher für Erwachsene, viel Vorwissen erforderlich, längere Filme, keine Untertitel bzw. sprachlich anspruchsvoll, Filme, die ich aus anderen gründen nicht im Unterricht einsetzen würde

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