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Titel und Erscheinungsjahr Nirgendwo in Afrika (2001)
Webseite zum Film http://www.nirgendwo-in-afrika.de Inhalt Nach Volker Schlöndorffs Literaturverfilmung "Die Blechtrommel" konnte sich die deutsche Filmszene neuerdings nach 24 Jahren wieder über einen Oscar für den besten Ausländischen Film freuen. Caroline Links "Nirgendwo in Afrika", die Verfilmung des Schicksals einer jüdischen Emigrantenfamilie in Kenia, wurde mit dem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet.
Die Geschichte basiert auf den Erzählungen von Stefanie Zweig - im Film Regina genannt -, die als Tochter jüdischer Eltern 1938 mit ihrer Mutter Jettel ihrem bereits emigrierten Vater Walter nachreist und somit den Verfolgungen der Nazis gerade noch rechtzeitig entkommen konnte. Der Film zeigt, wie die Familie Redlich sich in Kenia auf das harte Leben auf einer kolonialen Farm einstellen muss, wie die Eltern Angst um ihre Verwandten in Deutschland haben, wie die Briten alle Deutschen in den Kolonien zu Anfang des Krieges internierten. Vor allem aber zeigt er wie die Ehe der Redlichs im fremden Land unter Druck steht, wie ihre Tochter im Hauskoch Owuor eine Vertrauensperson und über ihn für sich und ihre Familie einen Bezug zur afrikanischen Kultur findet, und wie es die Familie trotz allen Widrigkeiten schafft, diese Zeit zu überstehen. Als der Krieg endlich zu Ende ist, wird Walter eine Anstellung als Richter in Frankfurt angeboten. Allein der Titel drängt den Vergleich mit dem Hollywood-Werk „Jenseits von Afrika" von Sydney Pollack geradezu auf. Und in der Tat sind sich die Storys gar nicht so unähnlich. Links Film wird größtenteils aus der Sicht eines kleinen Mädchens erzählt und wirkt dadurch sehr oft unbefangener und im positiven Sinne naiver. Wie die Regisseurin in ihrem Kommentar deutlich macht, sollte die spezifische Atmosphäre des afrikanischen Kontinents eine dienende Rolle spielen und nicht etwa durch klischeehafte Natureinstellungen die Handlung in den Hintergrund drücken. Vielleicht sind es in diesem Film die stillen Töne und die ausgewogene Authentizität die den besonderen Reiz ausmachen. Für die Authentizität ist der (untertitelte) Gebrauch der afrikanischen Sprache in seiner Bedeutung kaum zu überschätzen. Die Schauspieler, allen voran der Koch Ouwor (Sidede Onyulo) und die beiden Hauptdarsteller, spielen eher zurückhaltend und natürlich und machen die dramatischen Momente dadurch um so spürbar. Die Doppel-DVD-Ausgabe im Schuber trumpft mit allen erdenklichen Extras auf. Sogar ein ausführliches und schön bebildertes Textheft darf da nicht fehlen. Des weiteren gibt es auf Disc 1: Hauptfilm, Audiokommentar // Disc 2: The Making of "Nirgendwo in Afrika", Die Premiere, "Magical Kenya"-Beitrag, entfallene Szenen, Interviews, Casting Videos, Storyboard/Filmvergleich der Heuschreckensequenz, Diashow mit Audiokommentar von Peter Herrmann, Niki Reisers Filmmusik, Trailer, Biografien. Recht interessant ist auch die Talkrunde mit Stefanie Zweig, der Autorin der Buchvorlage. Didaktische Bewertung und Empfehlungen sprachlich Auch diese DVD bietet deutsche Untertitel. In diesem Fall fallen sie weniger auf, denn auch das Afrikanisch wird konsequent untertitelt. thematisch Die Liebesgeschichte dürfte auf Zuspruch stoßen, für so manchen Schüler bedarf der geschichtliche Hintergrund einiger Erklärung. Fazit Trotz allem "nur" zwei Sterne, weil ich den Film mit seiner Spieldauer von 136 Minuten persönlich als zu lang und teilweise auch als zu langatmig empfand. Doch dürfte dies kein großes Problem sein. Der Stoff und die Handlung selbst sind interessant, was auch für die Fremde des afrikanischen Kontinents gilt. Caroline Link zeigt die Härte den neuen Lebens in einem fremden Land durchaus, doch der Film entfaltet seine Wirkung oft gerade auch durch das, was nicht gesagt wird. Ein erwachsener Film also. Für actionverwöhnte Schüler dürfte der Film stinklangweilig sein. Andere werden begeistert sein. (Zu entdecken, dass ein langsamer Film auch Reize hat, kann durchaus ein Lernziel sein!) Ich kann mir den Film im Unterricht (4havo oder höher) vorstellen, allerdings nicht ohne eine ausführliche didaktische Begleitung, in der der geschichtliche Hintergrund und die Erwartungshaltung thematisiert wird.
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