Rezensionen zu aktuellen deutschen Filmen, Informationen zum Gebrauch
von Filmen im Unterricht.
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Aktueller Stand (Mai 2007):52
Rezensionen online
Für Ihre Schüler (leider nur auf Niederländisch) gibt es im vaklokaal
Duits eine
Liste deutscher
Filme mit Kurzbeschreibungen.
Auch gibt es im vaklokaal im
Duitsland-ABC ein SPEZIAL:
De Duitse film toen en nu (Der
deutsche Film - früher und jetzt)
Anmerkungen, Hinweise, Lob und Kritik: Paul Goossen: info AT
duits.de
Titel und Erscheinungsjahr
Mirakel - Ein Engel für Dennis P. (Dänemark, 2000)
Kurzinhalt:
Der
12jährige Dennis hat's nicht leicht: Seit Vatis tragischem Unfalltod hält
Mutti Rockmusik für Teufelswerk und die Vorhänge geschlossen. Die Schule
verspricht nur bedingt Erleichterung, lässt doch der Mathelehrer keine
Gelegenheit aus, Dennis zu demütigen, während Traumfrauen wie die
angebetete Karen Elise unerreichbar bleiben. Da ihm zu allem Überfluss
als einzigem in der Klasse noch kein Schamhaar gewachsen ist, sucht Dennis
Zuflucht bei Gott. Uns siehe...
In seinen Träumen wäre Dennis P. gern ein cooler Rapper, der mit dem
Skateboard durch Kopenhagen groovt. Bewundert wegen seiner Stärke und seines
Stils. Doch wenn er aufwacht, hat die Wirklichkeit ihn wieder. Dann ist Dennis
einfach nur ein ganz normaler zwölfjähriger Junge, der sich mit viel Phantasie
und und einer ausgesprochenen Vorliebe für Four-Letter-Words durchs Leben kämpft.
Im Badezimmer schaut er morgens als allererstes nach, ob ihm endlich an den
entscheidenden Stellen Haare gewachsen sind. Leider vergebens. Anschließend
nervt ihn seine weinerliche Mutter, die auch nach acht Jahren noch nicht über
den Tod ihres Mannes hinweg gekommen ist. Dennis muss sich die immergleichen
Geschichten über seinen Vater anhören, dessen Karriere als Standardtänzer
durch einen einzigen falschen Schritt zerstört wurde.
Auf dem Weg zur Schule kommt Dennis an einer Kirche vorbei, aus der ihm - wie
im Traum - ein Engel im strahlend weißen Anzug zuwinkt. Ein seltsamer
Hoffnungsschimmer. Dann steht Mathe auf dem Stundenplan, nicht gerade sein
Lieblingsfach. Der widerlich boshafte Lehrer Sandstrøm holt Dennis an die
Tafel, um ihn nach allen Regeln der Kunst fertig zu machen. Und das vor den
Augen seines heimlichen Schwarms Karen Elise! Nach dem Unterricht treffen sich
Dennis und sein bester Freund Mick in Giorgos Imbissstube. Sie reden über die Mädchen
in ihrer Klasse und bald wird klar: Auch Mick ist in Karen Elise verliebt. Der
gutmütige Giorgos, der zu allen Gelegenheiten eine passende oder unpassende
Lebensweisheit beisteuert, warnt die Jungen: Eine schöne Frau hat schon manche
Männerfreundschaft zerstört.
Plötzlich sieht der Mathelehrer ein bisschen anders aus - doch die Botschaft seines
Liedes ist dieselbe: Dennis, du bist eine Null!
Als Dennis nach Hause kommt, dirigiert seine Mutter in ihrer Tanzschule noch
einen ihrer Kurse übers Parkett. Dennis zieht sich ins Wohnzimmer zurück und
legt eine alte Rockplatte auf: Dirty Angel. Doch kaum hat er angefangen, zu den
ersten Takten seinen Frust abzutanzen, steht plötzlich seine Mutter hinter ihm.
Fuchsteufelswild zieht sie den Stecker raus. Ausgerechnet Dirty Angel. Mit
bebender Stimme erzählt Mona P. ihrem Sohn von jenem Abend, an dem sein Vater
vom rechten Weg des Standardtanzes abgekommen war, angetrunken den Rock n´Roll
in sich entdeckte und genau zu dieser Platte wild tanzend vom Dach des Hauses stürzte.
Sie nimmt Dennis das Versprechen ab, diese teuflische Musik nie mehr zu spielen.
Auch der nächste Tag endet für Dennis wenig erfreulich: um zur Party seines
Klassenkameraden Paul gehen zu können, hatte er seiner Mutter vorgeflunkert, er
werde bei Mick übernachten. Wegen der vielen Hausaufgaben für Mathe und so.
Doch der Schwindel war aufgeflogen, als ihnen ausgerechnet Micks Mutter im
Supermarkt über den Weg lief. Mona P. schäumt und Dennis bekommt für den Rest
des Tages Hausarrest. Also hockt er abends allein in seinem Zimmer und
zermartert sich das Hirn, ob es seinem Freund Mick im wilden Partygetümmel wohl
gelingen wird, Karen Elises Herz zu erobern.
Am nächsten Morgen geht Dennis in die Kirche, in der ihm der Engel
erschienen war. Er wendet sich an Gott, weil er jemand braucht, mit dem er über
seine Sorgen reden kann. Unter Tränen erzählt er von seinem traurigen Zuhause,
von Karen Elise und von seinem Kummer, als einziger Junge in seiner Klasse noch
keine Schamhaare zu haben. Und Gott antwortet ihm: er schickt den Engel im weißen
Anzug. Umgeben von einem gewaltigen Chor und auf einem Motorrad sitzend. Der
Bote Gottes sieht dem toten Vater des Jungen verblüffend ähnlich. Und er
bringt gute Nachrichten: Weil der Himmel sich nicht um alles selber kümmern
kann, stattet er Dennis mit einer Engel-Lizenz für mittlere Wunder aus. Damit
kann der Junge sein Leben so verändern, wie er es erträumt. Eine Bedingung
jedoch stellt der himmlische Beistand: Dennis P. darf nie mehr fluchen. Beim
ersten Four-Letter-Word heißt es: Game over.
Dennis kann sein Glück kaum fassen. Zu Hause verwandelt er als erstes seinen
mickrigen Radiorekorder in eine monströse Stereo-Anlage. Gewissermaßen zu Übungszwecken.
Und es funktioniert. Dann wünscht er sich Schamhaare und schon ist das Problem
gelöst.
Ruckzuck. Überglücklich beschließt er nun, Karen Elise zu einem
Ausflug einzuladen. Dumm nur, dass plötzlich Mick auftaucht, und sich den
ganzen Tag nicht abschütteln lässt. Aber wofür hat Dennis die Lizenz: Bevor
sich die Jungen am Abend trennen, sagt er seinem Freund voraus, dass er in
Zukunft nur noch in grauenhaft spießigen Klamotten herumlaufen wird. Zuhause
erwartet ihn seine Mutter, außer sich vor Angst und Migräne. Was hätte draußen
nicht alles passieren können: ein Autounfall, wilde Messerstechereien oder gar
sexueller Mißbrauch durch einen perversen Pädophilen.
Dennis muss nicht lange überlegen. Energisch schickt er seine Mutter ins
Bett und am nächsten Morgen ist sie wie ausgewechselt. Sie will sich Make-Up,
neue Garderobe und Dessous kaufen. Zeit, um ihrem Sohn ein Schulbrot zu
schmieren, hat sie leider nicht. Dennis ist mit sich zufrieden. Aber dann
passiert dem Jungen mit der Lizenz für mittlere Wunder ein Missgeschick: Im
Vertrauen auf seine neuen Kräfte beschimpft er Lehrer Sandstrøm vor der ganzen
Klasse als aufgeblasene, sadistische Null. Da rutscht ihm ein Fluch heraus und
er hat seine Gabe verwirkt. Entsetzt flieht Dennis auf die Schultoilette.
Verzweifelt betet er um eine zweite Chance. Und der Engel, der bereits rauchend
in der Nebenkabine auf ihn wartet, hat Erbarmen. Als Sandstrøm auftaucht, um
den offensichtlich wahnsinnig gewordenen Jungen zurück zu holen, kann Dennis
sein Werk vollenden: Er verwandelt den Lehrer in seinen demütigen Diener, der
ihm sogar noch das Toilettenpapier nachträgt.
Endlich scheinen alle Sorgen aus der Welt. Doch die "mittleren
Wunder" entwickeln bald schon ein merkwürdiges Eigenleben, so dass Dennis
alle Hände voll zu tun hat, nicht den Überblick zu verlieren: Sandstrøm etwa
bleibt ihm bis zur Wohnung auf den Fersen, um sich unterwürfig nach seinen
weiteren Wünschen zu erkundigen. Und seine Mutter, die sich mittlerweile wie
ein wildgewordener Teenager aufführt, findet auch noch Gefallen an dem
"niedlichen kleinen Mann". Dann erscheint Mick. Er möchte mit ihm über
den seltsamen Zwischenfall im Unterricht sprechen. Doch Dennis hat jetzt andere
Sorgen. Er schiebt seinen Freund schnell ab, zuvor aber wünscht er ihm noch
eine satte Abneigung gegen Karen Elise an den Hals. Sicher ist sicher.
Nun will Dennis sich endlich um das "Problem Sandstrøm" kümmern,
da klingelt es schon wieder. Diesmal steht Karen Elise vor der Tür. Auch sie
kommt wegen seiner sonderbaren Mutprobe am Vormittag. Dennis strahlt. Vielleicht
kann er seine Traumfrau ja sogar ohne Zauberei für sich gewinnen. Verlegen
gesteht er ihr seine Liebe - und erfährt, dass sie sich wohl doch mehr aus Mick
macht. Dem Mädchen kann geholfen werden: wenige Sekunden später ist Karen
Elise für Dennis entflammt und stürzt sich voller Verlangen auf ihn. Etwas zu
heftig und etwas zu handgreiflich, wie Dennis meint.
Und dann platzt auch noch Mick dazwischen, um seinen Freund vor der
grauenhaften Karen Elise zu warnen. Im Handumdrehen kommt es zwischen dem
erbosten Mick und dem verliebten Mädchen zu einem Streit, bei dem nicht nur die
Kopfkissen-Federn durchs Zimmer fliegen. Vollkommen entnervt lässt sich Dennis
P. erneut zu einem Fluch hinreißen. Wieder ist die Lizenz verfallen. Und
diesmal wohl endgültig. Dennis P. flieht auf den Dachfirst, wo sein Engel schon
auf ihn wartet. Traurig erzählt der Junge ihm, in welchem Schlamassel er
inzwischen steckt. Und er bittet um Hilfe, auch wenn das - wie er weiß - gegen
die himmlischen Regeln verstößt. Er wendet sich deshalb auch nicht an Gott,
sondern an den Freund, der vielleicht einmal sein Vater war. Der Engel ist gerührt
und gesteht dem Jungen noch einen letzten Wunsch zu. Dennis muss nicht lange überlegen.
Er wünscht sich, dass seine Wunder rückgängig gemacht werden. Leicht fällt
Dennis die Rückkehr zum normalen Leben nicht: In seinem Zimmer muss er
mitansehen, wie Karen Elise und Mick sich küssen.
Anschließend entdeckt er seine Mutter und Sandstrøm im Wandschrank. Die
beiden verstehen sich offensichtlich blendend. Dennis ist irritiert. Doch
immerhin scheint seine Mutter wieder Spaß am Leben zu haben, während Sandstrøm
verspricht, als neuer Freund des Hauses den alten Ärger im Klassenzimmer zu
vergessen. Schließlich wächst sich auch Dennis´ haariges Problem ganz von
selber aus. Und kaum hat er seinen Triumpf über die Dächer Kopenhagens
herausgeschrieen, da trifft er Julie, die mit ihren Eltern gerade ins
Nachbarhaus gezogen ist. Julie erkundigt sich nach seinem Namen und will ihn
wiedersehen, obwohl er vor lauter Herzklopfen kaum ein Wort herausgebracht hat.
Das Leben kann so wundervoll sein.
[Quelle: Website zum Film]
Didaktische Bewertung
und Empfehlungen
sprachlich
Dem
Talent des Constantin
von Jascheroff, der deutschen Stimme
von Dennis P. sei es gedankt: Die Synchronfassung von Mirakel ist bestens
gelungen. Die Produzenten der deutschen Fassung haben zum Glück weiter gedacht
und auch die - für diesen Film so entscheidenden - Musicalszenen (in der
Schule, im Supermarkt, in der Kirche, am See) auf Deutsch professionell
einsingen lassen.
Zusätzlich können auf der DVD deutsche
Untertitel eingeschaltet werden.
thematisch
Die
Probleme eines 12-Jährigen. Ein freundlich-bunter, teilweise schriller Film über
Musik, Schutzengel, erste Liebe, dicke Freundschaft und längst überfällige
Schamhaare. Darüber dürfte sich wohl jeder Schüler und jede Schülerin
freuen. Zusätzlicher Vorteil: das benötigte Vorwissen ist bereits "an
Bord"...
Fazit
& Filmkrtik
Mirakel ist eine herrliche Mischung aus Komödie und Musical, die
ursprünglich als Theaterstück geschrieben wurde. Natasha Arthy, die damit im
Herbst 2000 als Spielfilmregisseurin debütierte, landete einen vollen Erfolg,
nicht nur in Dänemark. Der deutsche Kinostart erfolgte 2002. Auch bei uns
war der Film bereits im Kino und im Fernsehen zu sehen.
Aufgrund der einfachen Geschichte und des Themas könnte man den Film im
Prinzip jederzeit im weiterführenden Unterricht einzusetzen, doch sprachlich
würde ich sagen, so gegen Ende des ersten Lernjahres Deutsch.
... weitere DVD-Rezensionen:
Besonders empfohlen für den Unterricht
Kriterien: Wenig Vorwissen erforderlich, deutsche Untertitel bzw. akustisch gut verständlich, jugendgerechte Themen, normale Länge (ca. 90 Minuten)
Kriterien: Keine Untertitel bzw. sprachlich schwieriger verständlich, spezifischere Themen, inhaltlich bzw. künstlerisch
anspruchsvoller (oder gerade: anspruchslos!), mehr Vorwissen erforderlich, auch längere Filme (> 100 Min.)
Zu
anspruchsvoll oder - für die Schule - "durchgefallen"
Kriterien: Themen eher für Erwachsene, viel Vorwissen erforderlich, längere Filme, keine Untertitel bzw. sprachlich anspruchsvoll, Filme, die ich aus anderen gründen nicht im Unterricht einsetzen würde