|
Titel und Erscheinungsjahr Milchwald (2003)Ein Märchen in Angst und FarbeWebseite zum Film Filminfo vom deutschen Verleih Inhalt Sylvia Mattis, Mitte 30, passt ihre Stiefkinder Lea (9) und Konstantin (7) auf dem Schulweg ab. Sie fährt mit ihnen ins nahe Polen, zum Einkaufen. Im Auto eskalieren schwelende Konflikte. In weiter Landschaft stoppt sie und setzt genervt die Kinder an die Luft. Wütend fährt sie weiter und kehrt erst nach einer Weile zurück – aber von den Kindern ist keine Spur zu entdecken.
Nach panischer, jedoch flüchtiger Suche fährt Sylvia nach Hause. Sie scheint sowohl besorgt als auch erleichtert zu sein. Aus Angst davor, die Liebe ihres Mannes zu verlieren, findet sie ihm gegenüber keinen Weg, von ihrer Schuld zu sprechen. Unterdessen geraten die Kinder abends im Wald an einen Lieferanten namens Kuba Lubinski, der verspricht, ihnen zu ihren Eltern zu bringen. Doch aufgrund einer Verkettung von widrigen Umständen verlieren die Kinder jegliches Vertrauen in ihn. Dass ihr Vater schon auf dem Weg zu ihnen ist, halten sie für ein Märchen – und es ist der unzuverlässige Helfer, der für seine „Lüge“ bestraft werden muss.
Milchwald – das sind drei Geschichten über das Verlorengehen. Die Geschichte von Lea und Konstantin auf ihrer Odyssee zurück nach Hause. Die Geschichte ihres Vaters Josef, der sie verzweifelt sucht, nicht ahnend, welche Rolle seine Frau in diesem Drama spielt. Und: die tragische Geschichte von Sylvia, die auf der Suche nach Liebe ist und dabei in einen Strudel der Lügen gerät. Didaktische Bewertung sprachliche Verständlichkeit Die DVD kommt zwar mit Untertiteln, jedoch nur Englisch und Französisch. Dennoch ist die Sprache kein Problem: Die Dialoge sind auf ein Minimum reduziert und es wird dabei durchaus klar artikuliert. thematisch Milchwald ist - wie der Untertitel bereits sagt - ein Märchen. Ein schauderhaftes allerdings. Es erinnert in seinen Grundzügen ganz bewusst an "Hänsel und Gretel". Diese Ähnlichkeit dürfte den meisten Schülern einen Zugang zu diesem für sie ansonst wohl eher etwas verwirrenden bieten. Auf den Erzählstil eines "Arthouse"-Films müssten sie vorbereitet werden, da dieser wohl nicht ihrer meistens "Action"-verwöhnten Erwartungshaltung entspricht. Milchwald ist dennoch - oder gerade deswegen - durch die Kunst des Weglassens spannend. Angesprochen werden Themen wie Kommunikationsstörungen, Verwirrung, Gefühlskalte, Grenzen - in jeder Hinsicht - Liebe und Angst. Fazit & Filmkritik "Milchwald", eine Übertragung des Märchens der Gebrüder Grimm in die Gegenwart, ist der Abschlussfilm von Hochhäusler an der Hochschule für Fernsehen und Film München und gleichzeitig sein Langfilmdebüt. Der Film lief in der Berlinale 2003 und war in der Reihe "Das kleine Fernsehspiel" im ZDF zu sehen. Besonders auch in Frankreich fand der Film viel Beachtung. Hochhäuslers naturalistischer, kristallklarer Stil ohne jegliches Pathos erinnert an Christian Petzold (Die Innere Sicherheit) oder Tom Tykwer (Der Krieger und die Kaiserin). Er setzt dabei u.a. auf knappe Dialoge, eine ausgesprochene Bildsymbolik, lange Einstellungen und Großaufnahmen, die die Menschen als einsame Protagonisten in einer großen Welt zeigen. Besonders auch die Kinderdarsteller überzeugen während des ganzen Films. didaktische Möglichkeiten
... weitere DVD-Rezensionen:
|
<<< vorige pagina
![]()
|