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Titel und Erscheinungsjahr Lichter (2003)
Webseite zum Film Inhalt Als am 1. Mai 2004 die EU um zehn Länder erweitert wurde, bildete die Oder mit einem Mal nicht länger die östliche EU-Außengrenze Deutschlands. Die Grenze hat sich seitdem verschoben, die menschlichen Schicksale an der Grenze zwischen "reich" und "arm" werden sich auch verschieben. "Lichter" - ausgezeichnet mit dem deutschen Filmpreis und dem Preis der internationalen Filmkritik auf der Berlinale - ist ein Episodenfilm, der diese menschlichen Schicksale in Grenznähe in einem sehr authentischen, fast dokumentarischen Stil zeigt. Es sind kleine Geschichten, die schnell zum Kern durchdringen und lose miteinander verknüpft sind. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich in 48 Stunden an der deutsch-polnischen Grenze abspielen und dass es dabei immer wieder um Hoffnung, Enttäuschung und Geld geht. Lichter handelt von Menschen die stehlen und betrügen, lieben und helfen, hoffen und verzweifeln - auf beiden Seiten des Grenzflusses. Die "Lichter" sind mehr als je auch Symbol für die Hoffnung auf ein besseres Leben. Man lernt den jungen Zigarettenschmuggler Andreas kennen, der durch eine unerwiderte Liebe zum Verräter wird. Oder Ingo, der Pächter eines Matratzen-Discounts, der versucht seinen Laden mit allen Mitteln vor dem sicheren Untergang zu bewahren und dabei glatt übersieht, dass eine Frau sich seines Schicksals annimmt.
In einer weiteren Episode ist Antoni die Haupfigur. Er ist ein polnischer Taxifahrer, der dringend Geld für das Kommunionskleid seiner Tochter braucht und in seiner Not nach und nach seine Prinzipien aufgibt. Da sind Kolja, Anna und Dimitri, drei Ukrainer, die um jeden Preis in den Goldenen Westen wollen. Sonja, eine deutsche Dolmetscherin für russische Flüchtlinge, die es einfach wagt, das Richtige zu tun. Und Philip (August Diehl), ein junger Architekt aus dem Westen, der zu spät begreift, dass man für sein Glück auch Verantwortung übernehmen muss.
Lichter entfaltet seine authentische und sehr glaubwürdige Wirkung durch seinen fast dokumentarischen Stil und die hervorrage Besetzung. Er wurde fast durchgehend mit Handkamera und langen Einstellungen gedreht. In den intensiven Momenten ist die Kamera sehr nahe an den Figuren. Auf eine Ästhetisierung wird nahezu konsequent verzichtet, die Filmmusik unterstreicht nur gelegentlich die Stimmung und verbindet in der Regel nur die Episoden. Didaktische Bewertung und Empfehlungen sprachlich Leider sind auf der DVD keine deutschen Untertitel vorhanden. Zum Glück wurde das Polnisch und Russisch der Darsteller - das etwa die Hälfte des Films ausmacht - nicht synchronisiert, sondern bereits im Original untertitelt. Dennoch dürfte das Deutsch in vielen Szenen oft schwer verständlich sein. thematisch Für niederländische Schüler dürfte dieser Film wohl etwas sehr Spezielles darstellen. Sowieso, weil es ein Episodenfilm ist (das Prinzip kennt man aber aus z.B. Soaps), andererseits wegen des ruhigen Erzählstils. Und wer gängiges Actionkino erwartet, dürfte schwer enttäuscht sein. Die EU-Grenzen sind uns Niederländern wohl nur kaum im Bewusstsein. Doch gerade dort liegt auch der besondere Reiz, um "Lichter" mal den Schülern zu zeigen. Fazit
Ein wunderbarer Film, doch nicht ohne weiteres einsetzbar. Man müsste den Film ein wenig vorentlasten, indem man Elementares zur EU-Grenze und Frankfurt/Oder - Slubice thematisiert. Ich kann mir den Film ab ca. 5-vwo vorstellen. Man könnte anhand des Films Themen wie das Gefälle zwischen "arm" und "reich", Asylrecht, Migration und Schleuser diskutieren. Der Film eignet sich durch die unmittelbar-intensive Darstellung ihrer Figuren prima zur Charakterstudie dieser Menschen. Gerade auch, weil man sich ihre Vorgeschichte(n) selbst ausdenken muss bzw. kann.
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