|
Titel und Erscheinungsjahr Krücke (1993)
Webseite zum Film - Inhalt Die Wirren der letzten Kriegstage. Der 13jährige Tom verliert auf der Flucht seine Mutter. In Wien trifft er auf den einbeinigen Schwarzhändler "Krücke" - ein verschlagener, gerissener Überlebenskünstler und zugleich ein hinreißender, gütiger Freund.
Die beiden finden Unterschlupf bei der Jüdin Bronka, die als Serviererin alliierten Soldaten und Schwarzhändlern Alkohol ausschenkt.
Tom und Krücke richten sich in dieser unsicheren Welt ein. Krücke spielt Saxophon, Tom kellnert, bis eines Tages eine Rückkehr nach Deutschland möglich wird. Aber der Zug, den der Einbeinige und der Junge besteigen, bleibt im Niemandsland liegen... Didaktische Bewertung und Empfehlungen sprachlich Obwohl die DVD ansonsten - siehe weiter unten - wohl besonders für den Gebrauch im Unterricht ausgestattet zu sein scheint, fehlen die Untertitel. Das ist hier umso schlimmer, als Heinz Hoenig, der die Rolle des "Krücke" hervorragend spielt, oft schwer verständlich spricht. Als "rauher Kerl" flüstert, schimpft und schreit er nicht selten. Tom spricht relativ wenig im Film, aber ziemlich klar. Und Bronka und ihr Hauswirt sind wegen der Hintergrundgeräusche der Kneipe, wo sie arbeiten und leben sprachlich-akustisch eine Katastrophe! Es kommt noch Bronkas osteuropäisches Dialekt hinzu. Nicht zu vergessen die vielen unverfäscht Wiener Dialekte der Figuren... Schade!! Der Film dürfte somit über weite Strecken für unsere Schüler unverständlich sein. thematisch Wo der Film in sprachlicher Hinsicht für holländische Schüler eher eine Zumutung ist, ist das Thema hingegen hervorragend geeignet und nicht besonders schwer. Schüler können sich über Toms Schicksal mit allerhand Aspekten der (Nach)kriegszeit (z.B. der Schwarze Markt, Flüchtlingsschicksale, Alliierten) beschäftigen. Der Film ist an einigen Stellen etwas langsam, dafür aber sehr stimmungsvoll. Fazit Obwohl sprachlich problematisch, kann man den Film wegen der relativ einfachen Handlung so ab 3havo/3vwo einsetzen, möchte ich meinen. Dann allerdings würde ich den Film entweder nach der Lektüre des gleichnamigen Jugendbuches von Peter Härtling einsetzen, oder jeweils ein paar Kapitel lesen lassen und sich dann die entsprechenden Kapitel des Films anschauen. Heinz Hoenig spielt Krücke fantastisch, Götz Behrendt fand ich als Tom nicht immer überzeugend (seine Texte klingen manchmal wie aufgesagt), aber schon akzeptabel. Der Film gewann den Max Ophüls Wettbewerb, den Publikumspreis Hessischer Filmpreis und den Deutschen Filmpreis. Sehr praktisch ist sind die Extra für den Gebrauch im Unterricht, die die DVD bietet. Es gibt eine Biographie Peter Härtlings, kurze zeitgeschichtliche Dokumentationen zur Machtübernahme in Wien 1938, zur Besatzungs- und Kriegspolitik und zu den Besatzungsmächten in Wien ab 1945. Auch kann man Peter Härtling hören: Er liest Pasagen aus "Krücke". Auch gibt es sogar einige Didaktisierungen in WORD- und PDF-Format auf der DVD, sowie eine Rubrik Frage und Antwort.
... weitere DVD-Rezensionen:
|
<<< vorige pagina
![]()
|