Deutsche Filme im Unterricht

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  • Aktueller Stand (Mai 2007): 52 Rezensionen online
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  • Auch gibt es im vaklokaal im Duitsland-ABC ein SPEZIAL: De Duitse film toen en nu (Der deutsche Film - früher und jetzt)
  • Anmerkungen, Hinweise, Lob und Kritik: Paul Goossen:  info AT duits.de









Titel und Erscheinungsjahr

Hallesche Kometen (2005) - 85 Minuten

Kurzinhalt

Ben lebt mit seinem Vater in einer tristen Plattenbausiedlung und verdient ein wenig Geld mit dem Austragen von Prospekten. Der große Traum des jungen Mannes ist es, eines Tages als Journalist Reiseberichte zu schreiben. Sein arbeitsloser Vater wurde durch den Tod seiner Frau hoffnungslos aus der Bahn geworfen. Seither trägt Ben alle Verantwortung, muss ganz alleine für das Auskommen und den Haushalt sorgen. Der finanzielle Druck, unter dem er fortwährend steht, lässt ihn schließlich sogar kriminell werden. Erst durch die Beziehung zu der sympathischen Jana realisiert er, dass es so nicht weitergehen kann [Quelle: filmportal.de]

Regisseur

  • Susanne Irina Zacharias

Hauptdarsteller

  • Hanno Koffler (Sommersturm)
  • Peter Kurth
  • Max Riemelt (Der rote Kakadu, Napola)

Meine Bewertung

Webseite zum Film

http://www.hallesche-kometen.de

Inhalt

Ben ist Anfang 20 und wohnt mit Karl, seinem übergewichtigen, arbeitslosen Vater in einer Plattenbausiedlung in Halle. Bens Traum ist es, eines Tages die Welt zu bereisen und darüber zu schreiben. Aber noch jobbt er als Auslieferer von Prospekten und verfasst nur heimlich fiktive Reiseberichte auf selbst gebastelten Postkarten.

Ben hält an der Hoffnung fest, dass sein Vater bald eine neue Arbeit findet, die ihn wieder unter Menschen bringt, und die ihn von seinem Sohn unabhängig macht. Erst dann könnte Ben an seine eigene Zukunft denken. Aber Karls Verweigerungshaltung erzeugt zunehmende finanzielle Schwierigkeiten.

Ben versucht mehr Geld zu beschaffen und gerät dabei in kriminelle Kreise. Als er sich auch noch in Jana verliebt, die aus einem ganz anderen sozialen Umfeld stammt, spitzt sich die Situation immer mehr zu. Ihm wird klar, dass er endlich handeln muss.

[Quelle: Webseite zum Film]

Didaktische Bewertung 

Sprachliche Verständlichkeit

DVD mit deutschen und englischen Untertiteln, also keine Probleme.

Fazit & Filmkritik

Ich habe während des Zuschauens einige Male auf die Uhr geschaut. Ich hätte mir den Film eine halbe Stunde kürzer gewünscht. Denn schon nach kurzer Zeit ist einem klar: Der Vater verharrt in seiner Apathie, der Sohn versucht, dem Vater wieder zur Arbeit, zu einem Neuanfang zu verhelfen und es kommt irgendwann mal zum Eklat. Doch bis dahin dauert es. Die aussichtslose Verweigerungshaltung im Leben des Vaters überträgt sich auch auf den Erzählfluss. Denn auch bei der sich anbahnenden Freundschaft bzw. Liebesbeziehung zwischen Ben und Jana dauert und dauert es und so spannend wird sie leider nicht erzählt, weder in der Handlung noch in den Bildmotiven. Da bleibt also noch reichlich Zeit übrig für Nuancen im Zusammenspiel zwischen den Protagonisten, und die gibt es zum Glück. Die intensive Vater-Sohn-Beziehung ist bei den Hauptdarstellern Hanno Koffler und Peter Kurth in guten Händen.

Ein wenig gestört haben mich die obligatorischen Kameraschwenks auf Plattenbausiedlungen, die eher dem Klischee verpflichtet sind, als dass der Film (wie in z.B. Alaska.de) sich diese Motive künstlerisch zu Nutzen macht. Sie dienen vor allem als Kulisse zum Kammerspiel in der engen Wohnung. Und dann die Szene, wo der Vater sich mal wieder als Dias aus besseren Zeiten anschaut, und er versehentlich den Projektor verschiebt, und dann das Gesicht seiner verstorbenen Frau auf sein Gesicht projiziert wird. Oder der dramatische Moment, wo Ben die Weltkarte von der Wand reißt, als Zeichen dass seine Reiseträume wohl der Vergangenheit angehören - ein bisschen weniger plakativ hätte es auch getan.

Für die Schule würde ich - Sie ahnen es - den Film nicht unbedingt gebrauchen. Im Vergleich zu Robert Thalheims Netto, der in etwa dieselbe Thematik hat (Sohn hilft arbeitslosem Vater auf die Beine und verliebt sich in eine Freundin), ist Netto für mich der klare "Testsieger", weil er wesentlich abwechslungsreicher erzählt wird.

 

... weitere DVD-Rezensionen: 

   Besonders empfohlen für den Unterricht

Kriterien: Wenig Vorwissen erforderlich, deutsche Untertitel bzw. akustisch gut verständlich, jugendgerechte Themen, normale Länge (ca. 90 Minuten)

   Mit Einschränkungen brauchbar

Kriterien: Keine Untertitel bzw. sprachlich schwieriger verständlich, spezifischere Themen, inhaltlich bzw. künstlerisch anspruchsvoller (oder gerade: anspruchslos!), mehr Vorwissen erforderlich, auch längere Filme (> 100 Min.)

   Zu anspruchsvoll oder - für die Schule - "durchgefallen"

Kriterien:  Themen eher für Erwachsene, viel Vorwissen erforderlich, längere Filme, keine Untertitel bzw. sprachlich anspruchsvoll, Filme, die ich aus anderen gründen nicht im Unterricht einsetzen würde

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