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Titel und Erscheinungsjahr Hallesche Kometen (2005) - 85 Minuten
Webseite zum Film http://www.hallesche-kometen.de Inhalt Ben ist Anfang 20 und wohnt mit Karl, seinem übergewichtigen, arbeitslosen Vater in einer Plattenbausiedlung in Halle. Bens Traum ist es, eines Tages die Welt zu bereisen und darüber zu schreiben. Aber noch jobbt er als Auslieferer von Prospekten und verfasst nur heimlich fiktive Reiseberichte auf selbst gebastelten Postkarten.
Ben hält an der Hoffnung fest, dass sein Vater bald eine neue Arbeit findet, die ihn wieder unter Menschen bringt, und die ihn von seinem Sohn unabhängig macht. Erst dann könnte Ben an seine eigene Zukunft denken. Aber Karls Verweigerungshaltung erzeugt zunehmende finanzielle Schwierigkeiten.
Ben versucht mehr Geld zu beschaffen und gerät dabei in kriminelle Kreise. Als er sich auch noch in Jana verliebt, die aus einem ganz anderen sozialen Umfeld stammt, spitzt sich die Situation immer mehr zu. Ihm wird klar, dass er endlich handeln muss. [Quelle: Webseite zum Film] Didaktische Bewertung Sprachliche Verständlichkeit DVD mit deutschen und englischen Untertiteln, also keine Probleme. Fazit & Filmkritik Ich habe während des Zuschauens einige Male auf die Uhr geschaut. Ich hätte mir den Film eine halbe Stunde kürzer gewünscht. Denn schon nach kurzer Zeit ist einem klar: Der Vater verharrt in seiner Apathie, der Sohn versucht, dem Vater wieder zur Arbeit, zu einem Neuanfang zu verhelfen und es kommt irgendwann mal zum Eklat. Doch bis dahin dauert es. Die aussichtslose Verweigerungshaltung im Leben des Vaters überträgt sich auch auf den Erzählfluss. Denn auch bei der sich anbahnenden Freundschaft bzw. Liebesbeziehung zwischen Ben und Jana dauert und dauert es und so spannend wird sie leider nicht erzählt, weder in der Handlung noch in den Bildmotiven. Da bleibt also noch reichlich Zeit übrig für Nuancen im Zusammenspiel zwischen den Protagonisten, und die gibt es zum Glück. Die intensive Vater-Sohn-Beziehung ist bei den Hauptdarstellern Hanno Koffler und Peter Kurth in guten Händen. Ein wenig gestört haben mich die obligatorischen Kameraschwenks auf Plattenbausiedlungen, die eher dem Klischee verpflichtet sind, als dass der Film (wie in z.B. Alaska.de) sich diese Motive künstlerisch zu Nutzen macht. Sie dienen vor allem als Kulisse zum Kammerspiel in der engen Wohnung. Und dann die Szene, wo der Vater sich mal wieder als Dias aus besseren Zeiten anschaut, und er versehentlich den Projektor verschiebt, und dann das Gesicht seiner verstorbenen Frau auf sein Gesicht projiziert wird. Oder der dramatische Moment, wo Ben die Weltkarte von der Wand reißt, als Zeichen dass seine Reiseträume wohl der Vergangenheit angehören - ein bisschen weniger plakativ hätte es auch getan. Für die Schule würde ich - Sie ahnen es - den Film nicht unbedingt gebrauchen. Im Vergleich zu Robert Thalheims Netto, der in etwa dieselbe Thematik hat (Sohn hilft arbeitslosem Vater auf die Beine und verliebt sich in eine Freundin), ist Netto für mich der klare "Testsieger", weil er wesentlich abwechslungsreicher erzählt wird.
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