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Titel und Erscheinungsjahr Ghettokids (2002)
Webseite zum Film http://www.ghettokids-der-film.de Inhalt "ghettokids" ist ein Film, den man München nicht auf den ersten Blick zuordnet: München - die Stadt, die keine Armut kennt, zeigt in "ghettokids" ein neues Gesicht. In "ghettokids" spielen jugendliche Laiendarsteller aus dem sozial schwachen Viertel Hasenbergl an der Seite von professionellen Schauspielern wie Barbara Rudnik und Günther Maria Halmer.
Der Film erzählt die Geschichte der Brüder Maikis (Toni Osmani) und Christos (Ioannis Tsialas), die zusammen mit ihrem älteren Bruder und ihrer Mutter in einer Einzimmerwohnung im Münchner Stadtteil Hasenbergl wohnen. Sie sind vor Jahren aus Griechenland in der Hoffnung hergezogen, dass hier alles besser wird. Doch die Lebensumstände sind beengt, die Heimat ist weit weg. Die Kids dealen mit Drogen, Christos verdient sich sogar als Stricher Geld dazu. Als türkisch sprechende Griechen sind Christos und Maikis auch an der deutschen Förderschule unter ihren türkischen Mitschülern Außenseiter. Ihr zweites Zuhause neben dem Hasenbergl ist der Hauptbahnhof, die U-Bahn und das von dem Sozialarbeiter Xaver (Günther Maria Halmer) geführte Jugendzentrum. Am Hauptbahnhof findet auch die erste Begegnung mit Hanna Solinger (Barbara Rudnik) statt, die mit ihren Kindern von Hamburg nach München zieht.
Beim Gepäckausladen stiehlt Christos ihre Geldbörse, nicht ahnend, dass Hanna am nächsten Morgen als neue Lehrerin vor ihm stehen wird. Keine einfache Aufgabe für Hanna Solinger, denn die Klasse hat es sich zum Ziel gesetzt, jede neue Lehrerin in kürzester Zeit so zu schockieren, dass sie nicht wieder kommt. Die Geschichte spitzt sich zu, als Maikis in den Überfall einer Türkengang auf einen U-Bahnpassanten verwickelt und verhaftet wird, während die Polizei Christos wegen eines Diebstahls verfolgt, für den er in diesem Fall nicht einmal verantwortlich ist...
Das Drehbuch von Gabriela Sperl basiert auf umfangreicher Recherche und ist inspiriert von der Sonderschullehrerin Susanne Korbmacher-Schulz und deren Erfahrungen in der Schule und mit den Projekten ihres Vereins "ghettokids - Soziale Projekte e.V.". Der Verein wurde gegründet mit dem Ziel, Selbsthilfeprojekte für Kinder und Jugendliche in München anzubieten. [Quellen u.a. Amazon.de und die Pressestelle des BR] DVD-Aussttattung Neben dem Hauptfilm bietet die DVD eigentlich alles, was das Lehrerherz so begehrt.
Didaktische Bewertung und Empfehlungen sprachlich Das ist schon ganz grob was so manche Figur im Film da von sich gibt. Doch spürt man, dass diese Sprache nicht aufgesetzt wirkt: So sprechen die Jugendlichen halt. Ansonsten sind die Untertitel unerlässlich, da viele Figuren nicht nur schnell, sondern auch mit ihrem muttersprachlichen Akzent Deutsch sprechen und sonst wohl nur schwer verständlich wären für niederländische Schüler. thematisch In Ghettokids wird nichts beschönigt und wird in angenehm unsentimentaler Weise an das Thema Integrationsproblematik herangegangen und auf den pädagogisch-mahnenden Zeigefinger verzichtet. Da für die Rollen der Ghettokids Laiendarsteller aus dem Hasenbergl-Milieu selbst gecastet wurden, erreicht der Film ein hohes Maß an Authentizität. Auf übertriebenen Pathos und triefende Rührseligkeiten wird angenehmerweise verzichtet. Dennoch wirkt der Film als wäre er gemacht für den Unterricht, gibt er doch auch Einblicke in die Schwierigkeiten einer Lehrerin und eines Sozialarbeiters, diesen Jugendlichen Wege aus ihrer Hoffnungslosigkeit aufzuzeichnen. Fazit Ich kann mir vorstellen, den Film ab Klasse 3-HAVO einzusetzen. Es ist kein Film "für zwischendurch", zumal es - obwohl neue Hoffnung da ist - kein richtiges Happy End gibt. Der Film ist sehr geeignet, gemeinsam über Armut, deren Folgen und was man dagegen tun kann nachzudenken.
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