Deutsche Filme im Unterricht

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Rezensionen zu aktuellen deutschen Filmen,  Informationen zum Gebrauch  von Filmen im Unterricht.
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  • Die Seiten Deutsche Filme im Unterricht sind ein deutschsprachiger Teilbereich der Webseite www.duits.de, das große nicht-kommerzielle online Portal für Deutschlernende und Deutschlehrende in den Niederlanden.
  • Aktueller Stand (Mai 2007): 52 Rezensionen online
  • Für Ihre Schüler (leider nur auf Niederländisch) gibt es im vaklokaal Duits eine Liste deutscher Filme mit Kurzbeschreibungen.
  • Auch gibt es im vaklokaal im Duitsland-ABC ein SPEZIAL: De Duitse film toen en nu (Der deutsche Film - früher und jetzt)
  • Anmerkungen, Hinweise, Lob und Kritik: Paul Goossen:  info AT duits.de









Titel und Erscheinungsjahr

Ghettokids (2002)

Kurzinhalt:

Der 11-jährige Christos lebt mit seinem älteren Brüdern Maikis und Alex im Münchner Problemviertel Hasenbergl. Sein eigentliches Zuhause ist der Hauptbahnhof, wo er sich als Stricher und Gelegenheitsdieb über Wasser hält. Erst durch den Einfluss der neuen Lehrerin Hanna beginnen Christos und Maikis, Vertrauen in ihre Zukunft zu entwickeln. Aber der Weg aus dem Ghetto scheint versperrt, als Maikis in eine Bandenfehde und dadurch ins Gefängnis gerät. 

Regisseur

  • Christian Wagner (Wallers letzter Gang)

Hauptdarsteller

  • Toni Osmani
  • Ioannis Tsialas

  • Günther Maria Halmer

  • Barbara Rudnik

Meine Bewertung

Webseite zum Film

http://www.ghettokids-der-film.de

Inhalt

"ghettokids" ist ein Film, den man München nicht auf den ersten Blick zuordnet: München - die Stadt, die keine Armut kennt, zeigt in "ghettokids" ein neues Gesicht. In "ghettokids" spielen jugendliche Laiendarsteller aus dem sozial schwachen Viertel Hasenbergl an der Seite von professionellen Schauspielern wie Barbara Rudnik und Günther Maria Halmer.

Der Film erzählt die Geschichte der Brüder Maikis (Toni Osmani) und Christos (Ioannis Tsialas), die zusammen mit ihrem älteren Bruder und ihrer Mutter in einer Einzimmerwohnung im Münchner Stadtteil Hasenbergl wohnen. Sie sind vor Jahren aus Griechenland in der Hoffnung hergezogen, dass hier alles besser wird. Doch die Lebensumstände sind beengt, die Heimat ist weit weg. Die Kids dealen mit Drogen, Christos verdient sich sogar als Stricher Geld dazu. Als türkisch sprechende Griechen sind Christos und Maikis auch an der deutschen Förderschule unter ihren türkischen Mitschülern Außenseiter. Ihr zweites Zuhause neben dem Hasenbergl ist der Hauptbahnhof, die U-Bahn und das von dem Sozialarbeiter Xaver (Günther Maria Halmer) geführte Jugendzentrum. Am Hauptbahnhof findet auch die erste Begegnung mit Hanna Solinger (Barbara Rudnik) statt, die mit ihren Kindern von Hamburg nach München zieht. 

Beim Gepäckausladen stiehlt Christos ihre Geldbörse, nicht ahnend, dass Hanna am nächsten Morgen als neue Lehrerin vor ihm stehen wird. Keine einfache Aufgabe für Hanna Solinger, denn die Klasse hat es sich zum Ziel gesetzt, jede neue Lehrerin in kürzester Zeit so zu schockieren, dass sie nicht wieder kommt. Die Geschichte spitzt sich zu, als Maikis in den Überfall einer Türkengang auf einen U-Bahnpassanten verwickelt und verhaftet wird, während die Polizei Christos wegen eines Diebstahls verfolgt, für den er in diesem Fall nicht einmal verantwortlich ist... 

Das Drehbuch von Gabriela Sperl basiert auf umfangreicher Recherche und ist inspiriert von der Sonderschullehrerin Susanne Korbmacher-Schulz und deren Erfahrungen in der Schule und mit den Projekten ihres Vereins "ghettokids - Soziale Projekte e.V.". Der Verein wurde gegründet mit dem Ziel, Selbsthilfeprojekte für Kinder und Jugendliche in München anzubieten. 

[Quellen u.a. Amazon.de und die Pressestelle des BR]

DVD-Aussttattung

Neben dem Hauptfilm bietet die DVD eigentlich alles, was das Lehrerherz so begehrt. 

  • Neben dem Hauptfilm gibt es die preisgekrönte Dokumentation "Planet Hasenbergl" über die Arbeit von Korbmacher-Schulz und ihrem Verein. 
  • Hinzu kommen reichlich Pressematerialien, Bildergalerien, Didaktisierungsvorschläge und Hintergrundinformationen. Das Ganze ist im CD-ROM-Teil der DVD übersichtlich vorhanden. 
  • Das schönste Extra ist wohl der professionell gemachte Videoclip von "Leonalto" mit dem Raplied "SchlagZeilenLife!", in denen die Jugendlichen ihren Lebenslauf in Armut auf den Punkt bringen. Leonalto besteht zum Teil aus den jugendlichen Laiendarstellern, die man bereits vom Film kennt. Auch der Rap-Text des Liedes ist auf der DVD zu finden. 
  • Die DVD kommt mit Untertiteln in acht Sprachen und ist sowohl in einer deutschen als einer französischen Sprachfassung vorhanden.

Didaktische Bewertung und Empfehlungen

sprachlich

Das ist schon ganz grob was so manche Figur im Film da von sich gibt.  Doch spürt man, dass diese Sprache nicht aufgesetzt wirkt: So sprechen die Jugendlichen halt. Ansonsten sind die Untertitel unerlässlich, da viele Figuren nicht nur schnell, sondern auch mit ihrem muttersprachlichen Akzent Deutsch sprechen und sonst wohl nur schwer verständlich wären für niederländische Schüler.

thematisch

In Ghettokids wird nichts beschönigt und wird in angenehm unsentimentaler Weise an das Thema Integrationsproblematik herangegangen und auf den pädagogisch-mahnenden Zeigefinger verzichtet. Da für die Rollen der Ghettokids Laiendarsteller aus dem Hasenbergl-Milieu selbst gecastet wurden, erreicht der Film ein hohes Maß an Authentizität. Auf übertriebenen Pathos und triefende Rührseligkeiten wird angenehmerweise verzichtet. Dennoch wirkt der Film als wäre er gemacht für den Unterricht, gibt er doch auch Einblicke in die Schwierigkeiten einer Lehrerin und eines Sozialarbeiters, diesen Jugendlichen Wege aus ihrer Hoffnungslosigkeit aufzuzeichnen.

Fazit

Ich kann mir vorstellen, den Film ab Klasse 3-HAVO einzusetzen. Es ist kein Film "für zwischendurch", zumal es - obwohl neue Hoffnung da ist - kein richtiges Happy End gibt. Der Film ist sehr geeignet, gemeinsam über Armut, deren Folgen und was man dagegen tun kann nachzudenken.

 

... weitere DVD-Rezensionen: 

   Besonders empfohlen für den Unterricht

Kriterien: Wenig Vorwissen erforderlich, deutsche Untertitel bzw. akustisch gut verständlich, jugendgerechte Themen, normale Länge (ca. 90 Minuten)

   Mit Einschränkungen brauchbar

Kriterien: Keine Untertitel bzw. sprachlich schwieriger verständlich, spezifischere Themen, inhaltlich bzw. künstlerisch anspruchsvoller (oder gerade: anspruchslos!), mehr Vorwissen erforderlich, auch längere Filme (> 100 Min.)

   Zu anspruchsvoll oder - für die Schule - "durchgefallen"

Kriterien:  Themen eher für Erwachsene, viel Vorwissen erforderlich, längere Filme, keine Untertitel bzw. sprachlich anspruchsvoll, Filme, die ich aus anderen gründen nicht im Unterricht einsetzen würde

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