Deutsche Filme im Unterricht

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Rezensionen zu aktuellen deutschen Filmen,  Informationen zum Gebrauch  von Filmen im Unterricht.
Für Deutschlehrer und Deutschlehrerinnen in den Niederlanden und weltweit.
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  • Aktueller Stand (Mai 2007): 52 Rezensionen online
  • Für Ihre Schüler (leider nur auf Niederländisch) gibt es im vaklokaal Duits eine Liste deutscher Filme mit Kurzbeschreibungen.
  • Auch gibt es im vaklokaal im Duitsland-ABC ein SPEZIAL: De Duitse film toen en nu (Der deutsche Film - früher und jetzt)
  • Anmerkungen, Hinweise, Lob und Kritik: Paul Goossen:  info AT duits.de









Titel und Erscheinungsjahr

Emil und die Detektive (2001)

Kurzinhalt:

Der 12-jährige Emil Tischbein lebt mit seinem allein erziehenden Vater in einer ostdeutschen Kleinstadt. Als sein Vater einen Autounfall hat und im Krankenhaus landet, schickt er Emil nach Berlin. Dort soll er mit der Pastorin Hummel und ihrem Sohn Gustav zwei Wochen seiner Ferien verbringen. Es könnte eine wunderbare Zeit werden, wäre da nicht der Gangster Max Grundeis, der Emils Ersparnisse klaut. Bei seinem Versuch, das Geld zurückzubekommen, erhält Emil überraschend Unterstützung von Pony Hütchen und ihrer Bande. Ehe er sich versieht, ist er plötzlich in ein halsbrecherisches Abenteuer verstrickt...

Regisseur

  • Franziska Buch

Hauptdarsteller

  • Tobias Retzlaff 
  • Anja Sommavilla 
  • Jürgen Vogel (Das Leben ist eine Baustelle, Sass)
  • Maria Schrader (Väter, Rosenstraße) 
  • Kai Wiesinger (Comedian Harmonists)

Meine Bewertung

Webseite zum Film

http://www.constantin-film.de 

Inhalt

Der Kinderbuchklassiker von Erich Kästner, der seit seinem Erscheinen 1928 schon dreimal verfilmt wurde, liegt nun in einer modernisierten Fassung für heutige Kids vor.

Emil lebt mit seinem Vater (Kai Wiesinger) in einer Kleinstadt an der Ostsee. Die Mutter hat die Familie vor Jahren verlassen, der Vater ist arbeitslos - kein rosiger zwölfter Geburtstag erwartet ihn deshalb, obwohl sich sein "Paps" viel Mühe gibt. Als sein Vater auch noch einen Autounfall baut und ins Krankenhaus kommt, wird Emil zur Schwester seines Lehrers nach Berlin in Urlaub geschickt. Damit beginnen für ihn ungeahnte Abenteuer, denn bereits auf der Hinfahrt werden ihm seine gesamten Ersparnisse von einem zwielichtigen Betrüger gestohlen. In Berlin findet Emil überraschend Unterstützung bei Pony Hütchen, einer selbstbewussten Großstadtgöre, und ihrer bunt zusammengewürfelten Bande. So verfolgen die Kinder den Bösewicht Max Grundeis bis ins feine Hotel Adlon. Während dieser damit beschäftigt ist, reichen Kunden die Juwelensafes auszuräumen, schleicht sich Emil auf der Suche nach seinem Geld in dessen Zimmer. 

Um Kästners Roman der modernen Lebenswelt heutiger Kinder anzupassen, nahm Regisseurin und Drehbuchautorin Franziska Buch einige Veränderungen an der ursprünglichen Geschichte vor. Die wichtigste hierbei ist die Aufwertung der Rolle von Pony Hütchen, die nun die Anführerin der Kinderbande ist, sodass auch Mädchen eine starke Identifikationsfigur vorfinden. Wie schon ihren Vorgängern gelingt es den modernen Großstadtkindern ebenso mit Grips und Mut sowie durch ihren unverbrüchlichen Zusammenhalt, sich in der Welt der Erwachsenen durchzusetzen und den Bösewicht zuletzt dingfest zu machen.

Aber auch sozialkritische Töne fließen in die Geschichte ein: Keine der Hauptfiguren hat mehr eine intakte Familie; entweder sind die Eltern allein erziehend, sie streiten dauernd oder sind -- da mit Geldverdienen beschäftigt -- nie da. Kinder werden sich wohl besonders an der Szene freuen, in der es Gustav gelungen ist, seiner Mutter eine Predigt unterzujubeln, in der er sich stellvertretend für alle Kinder über die ungerechte Behandlung durch die Erwachsenen beschwert. [Quelle: amazon.de]

Didaktische Bewertung und Empfehlungen

sprachlich

Für Schüler, die etwa 1 Jahr Deutsch gelernt haben ist der Film schon gut verständlich, zumal die DVD mit deutschen Untertiteln aufwarten kann . Ein wenig Berliner Dialekt kann den Spaß nicht verderben, ist eher sinnvoll. 

thematisch

OK, es handelt sich hier natürlich um eine Kindergeschichte. Die meisten Schüler - so ist meine Erfahrung - haben mit Kindergeschichten nicht mehr so viel am Hut, sie gucken ja selbst auch eher "nach vorne". Der Film ist aber von der Geschichte her einfach, spannend, oft witzig und nicht schwierig.

Fazit

Ich habe diesen Film mal in 3-Atheneum am Anfang des Schuljahres ausprobiert. Ich habe den Schülern zunächst erzählt, welche Probleme es für den Lehrer gibt, wenn er Schülern, die erst ein Jahr Deutsch gelernt haben, einen ersten deutschsprachigen Film zeigen möchte. Der Grund, warum ich dann diesen Kinderfilm mal mit ihnen "ausprobierten" wollte, war ihnen damit auch klar. Natürlich haben einige Schüler zunächst die Nase gerümpft über diesen "Kinderkram". Als sie aber merkten, dass sie sehr viel verstanden konnten und der Film oft spannend und witzig ist, war die Akzeptanz da. Die Mädchen lachten besonders über die Szene mit dem kleinen Hund, der Champagner trinkt. Den Jungs gefiel vor allem der rotzfreche aber herzensgute Gypsie.

 

... weitere DVD-Rezensionen: 

   Besonders empfohlen für den Unterricht

Kriterien: Wenig Vorwissen erforderlich, deutsche Untertitel bzw. akustisch gut verständlich, jugendgerechte Themen, normale Länge (ca. 90 Minuten)

   Mit Einschränkungen brauchbar

Kriterien: Keine Untertitel bzw. sprachlich schwieriger verständlich, spezifischere Themen, inhaltlich bzw. künstlerisch anspruchsvoller (oder gerade: anspruchslos!), mehr Vorwissen erforderlich, auch längere Filme (> 100 Min.)

   Zu anspruchsvoll oder - für die Schule - "durchgefallen"

Kriterien:  Themen eher für Erwachsene, viel Vorwissen erforderlich, längere Filme, keine Untertitel bzw. sprachlich anspruchsvoll, Filme, die ich aus anderen gründen nicht im Unterricht einsetzen würde

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