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Titel und Erscheinungsjahr Die Blechtrommel (1979)
Webseite zum Film - Inhalt Volker Schlöndorff selbst sagte zu seinem bis dahin größten kommerziellen Filmerfolg: „Die Verfilmung der Blechtrommel ist eine sehr deutsche Freske, Weltgeschichte von unten gesehen und erlebt: riesige, spektakuläre Bilder, zusammengehalten von dem winzigen Oskar. Eine Ausgeburt des Zwanzigsten Jahrhunderts hat man ihn genannt... Harter Realismus einerseits, Irreales andererseits. Phantasie als Teil der Wirklichkeit, Oskars Wirklichkeit, ein realistisches Märchen". [Quelle: arte-tv.com] Anna Bronski, eine junge Bäuerin aus der Kaschubei, kommt auf ungewöhnliche Weise zu Mann und Tochter. Herangewachsen, heiratet ihre Agnes die rheinische Frohnatur Alfred Matzerath und betreibt mit ihm einen Kolonialwarenladen im Danziger Vorort Langfuhr. Zugleich teilt sie ihre Liebe zwischen ihm und ihrem Vetter Jan Bronski. So sind beide Männer für die Vaterschaft in Betracht zu ziehen, als Oskar Matzerath im Spätsommer 1924 geboren wird, hellhörig schon im Mutterleib. Er kann es kaum erwarten, drei Jahre alt zu werden, weil seine Mama ihm für diesen Geburtstag eine Blechtrommel versprochen hat. Andererseits missfällt ihm das Treiben der großen Leute so gründlich, dass er an besagtem Geburtstag beschließt, von Stund an keinen Fingerbreit mehr zu wachsen. Ein arrangierter Sturz von der Kellertreppe liefert die vermeintliche Erklärung dafür; ganz unerklärlich bleibt dagegen Oskars bald darauf entdeckte Fähigkeit, mit erhobener Stimme Glas zu zersingen. Schreiend und trommelnd betätigt Gnom Oskar sich fortan als Störenfried in der ungeliebten Welt spießig-gefährlicher Erwachsener. Er bringt Nazi-Aufmärsche durcheinander und später seine beiden mutmaßlichen Väter ins Grab. Er schwängert seine spätere Stiefmutter Maria und umarmt die entzückende Liliputanerin Raguna. In einem Fronttheater am Atlantikwall produziert er sich als Artist; immer aber bleibt er dabei der höhnische Zwerg, der die Welt auf den Kopf stellt. Volker Schlöndorff inszenierte diese Groteske nach dem gleichnamigen Roman
des Nobelpreisträgers Günter Grass. Die französisch-deutsche Koproduktion aus
1979 wurde mit Preisen und Auszeichnungen nur so überschüttet, u.a. mit der
Goldenen Palme in Cannes und dem Oscar für den besten nichtenglischsprachigen
Film. Die Blechtrommel gilt immer noch als eines der wichtigsten Werke
des europäischen Kinos, dem es gelungen ist, den spießbürgerlichen Alltag
innerhalb einer dem Wahnsinn verfallenden Gesellschaft ohne Schwarzweißmalerei
zu demaskieren. Didaktische Bewertung und Empfehlungen sprachlich Die DVD bietet zum Glück deutsche Unertitel für Gehörlose an. In sprachlicher Hinsicht gibt es daher wohl kaum Probleme. thematisch Die Blechtrommel setzt als Literaturverfilmung eines für Schüler meines Erachtens schweren Buches so einiges an historisch-kulturellem Vorwissen voraus. Die besondere Situation Danzigs vor dem Krieg, die Kristallnacht-Pogrome, der deutsche Angriff auf Polen und überhaupt die Zeit des Nationalsozialismus. Einige Stellen im Film sind grotesk und unappetittlich. Noch 1997 wurde Volker Schlöndorff wegen einer Szene im Film mit einem Prozess wegen angeblicher "child prostitution" in den Vereinigten Staaten konfrontiert. Fazit Der Film ist für den Unterricht geeignet, doch bedarf es wohl an vielen Stellen einiger Erklärungen. Mit seiner Länge von 136 Minuten ist er ziemlich lange, dafür an vielen Stellen spannend durch die grotesken, realistischen und oft auch traurigen Momente. Die schauspielerische Leistung von David Bennent als der kleine Oskar ist grandios und zieht die Zuschauer in seinen Bann. Der damals 11-jährige kleinwüchsige Jungschauspieler spielte die Rolle mit seinem alles durchdringenden Blick so überzeugend, dass Schauspielerkollegen im Film manchmal richtig mulmig wurde. Persönlich würde ich den Film vielleicht ab Niveau 5havo/vwo einsetzen, und dann auch gründlich didaktisieren. Es kann einem in diesem Film sehr viel entgehen bzw. es können beim Zuschauen leicht Missverständnisse entstehen, die dem Film und dem Roman nicht gerecht werden. Ich denke da z.B. an die Stelle, wo Alfred Matzerath das Bildnis Beethovens über dem Klavier zu Hause durch ein Hitlerbildnis ersetzt und am Ende des Film das Beethovenporträt wieder zu Ehren bringt.
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