Deutsche Filme im Unterricht

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  • Aktueller Stand (Mai 2007): 52 Rezensionen online
  • Für Ihre Schüler (leider nur auf Niederländisch) gibt es im vaklokaal Duits eine Liste deutscher Filme mit Kurzbeschreibungen.
  • Auch gibt es im vaklokaal im Duitsland-ABC ein SPEZIAL: De Duitse film toen en nu (Der deutsche Film - früher und jetzt)
  • Anmerkungen, Hinweise, Lob und Kritik: Paul Goossen:  info AT duits.de









Titel und Erscheinungsjahr

Die Klasse von '99 (2003)

Kurzinhalt:

Die Klasse von '99 erzählt von einer jungen Clique, die aufgewachsen ist im behüteten Mittelstand einer Kleinstadt. Felix ist einer von ihnen. Drei Jahre nach dem Abitur, nach abgebrochenem Studium kehrt er in seine Heimat zurück, um dort die Polizeischule zu besuchen. Aber auch, weil er hofft, zu Hause wieder die Sicherheit und das unbeschwerte Lebensgefühl der Schulzeit zu finden.
Doch genau dieses Gefühl scheint verloren. Felix muss erkennen, dass sich seine Freunde mittlerweile mit ganz eigenen Problemen herumschlagen und dabei alle Prinzipien ihrer gemeinsamen Vergangenheit aufs Spiel setzen. Erst ein tragisches Ereignis rüttelt die Clique wach und weist einigen von ihnen den Weg in die Zukunft.

Regisseur

  •  Marco Petry (Schule)

Hauptdarsteller

  • Matthias Schweighöfer (Herz im Kopf, Schiller)
  • Tim Sander 
  • Anna Bertheau
  • Axel Stein 

Meine Bewertung

Webseite zum Film

http://www.die-klasse-von-99.de 

Inhalt

Die Klasse von '99 erzählt von einer Clique junger Leute in einer deutschen Kleinstadt. Aufgewachsen im behüteten Mittelstand und mit dessen klassischen Werten wie Sicherheit und Stabilität sozialisiert, sind sie zusammen zur Schule gegangen. Sie haben vor drei Jahren Abitur gemacht und stehen jetzt – mit Anfang 20 – nach einer rauschenden Jugend ziemlich verkatert und ziellos an der Grenze des Erwachsenenlebens.

Nach einem halben Jahr in der Fremde kehrt Felix (Matthias Schweighöfer) in seine Heimat zurück. Das Lehramtstudium hat er längst geschmissen, auf der Polizeischule kommt er nicht klar, eckt an und lässt sich in seine Stadt an der deutsch-niederländischen Grenze versetzen. Bei seinen Freunden hat sich wenig verändert. Alles ist beim alten geblieben. Fast. Sein bester Kumpel Sören (Tim Sander), der sich mit Ecstasy-Schmuggel ein Zubrot verdient, ist jetzt mit Felix’ heimlicher Liebe Simona (Anna Bertheau) zusammen. 

Da sich ein Dealpartner von Sören ins Ausland abgesetzt hat, springt Felix für ihn ein. Dass sich der Polizeischüler damit selbst in Schwierigkeiten bringt, ist ihm klar, aber er will seinen Freund nicht hängen lassen und das leicht verdiente Geld mitnehmen. Erst als ein tragisches Unglück geschieht, wendet sich das Blatt und Felix steht vor einer schweren Entscheidung...

Didaktische Bewertung und Empfehlungen

sprachlich

So mancher Jugendspruch, die teilweise befremdlichen Namen der Clique (Schmidt, Hausschild) sowie der typische Wortschatz des Drogenkonsums und des Drogenhandels dürften gewöhnungsbedürftig sein für niederländische Schüler. Ansonsten ist der Film sprachlich recht zugänglich, zumal die DVD deutsche Untertitel bietet. 

thematisch

Das Thema des Films ist für manche Schüler zumindest gedanklich noch weit weg, dennoch dürfte es auf ihr Interesse stoßen. Viel Vorwissen ist dazu nicht erforderlich, doch wäre es vielleicht sinnvoll die Schüler ein wenig auf das Thema einzustimmen: 

  • Was macht man nach der Schule? 

  • Woher weiß man, ob die ersten, individuellen Zukunftsentscheidungen die richtigen sind? 

  • Wie verändert sich womöglich das Verhältnis zu den bald ehemaligen Klassenkameraden? 

Vielleicht sollte man auch das Thema Drogen und Drogenkonsum vorher ansprechen, je nachdem wie Ihre Schüler darauf wohl reagieren werden.

Fazit & Filmkritik

Die Klasse von '99 ist ein durchaus ernsthafter, realistischer Film über das Erwachsenwerden, über Selbstfindung, Lebenslügen, Freundschaft und Liebe. Es ist ein Film der leisen Töne - ohne Moralpredigt -, der in einem ruhigen Tempo dennoch recht spannend ist. Insofern ist - wie bei Verschwende deine Jugend - das Kinoplakat bzw. das DVD-Cover etwas irreführend, erwecken sie doch eher den Eindruck, dass es sich hier um einen x-beliebigen Teeniefilm handelt.

Matthias Schweighöfer gebührt die Ehre, dem intelligenten, oft zurückhaltenden Charakter seiner Figur Felix sehr glaubwürdig darzustellen. Felix ist eine zwiespältige Figur, die sich mit einem großen moralischen Konflikt auseinandersetzen muss: Einerseits will er es seinen Freunden immer recht machen und beteiligt sich deswegen an kriminellen Machenschaften. Andererseits wird ihm allmählich klar, dass sein Heimatort für ihn zu klein geworden ist, dass die ehemaligen Freunde jedoch vor dem erstickenden Milieu blind sind. 

Der Film entfaltet seine dramatische Wirkung nicht so sehr in Actionszenen als wohl eher im inneren Konflikt der Hauptfigur Felix, der sich in vielen Szenen zwischen ihm und seinem Freund Sören entwickelt und zum immer größeren Problem wird. In vielen Szenen lädt Felix' beredtes Schweigen dazu ein, sich die Fragen zu stellen: Was geht jetzt in ihm vor? Warum macht er das (noch) mit? Wann bezieht er endlich Position? Am Ende des Films ist dann klar: Auch wenn er selbst nicht weiß, wie er sein Leben in Zukunft gestalten soll, es hat auf jeden Fall nichts mehr mit dieser Vergangenheit zu tun. Dennoch - ich möchte das Ende nicht verraten - kehrt er seiner Clique nicht ohne ein mutige Tat den Rücken zu. 

Didaktisch

Ich könnte mir vorstellen, den Film - gerade aufgrund seines Themas - in den Examensklassen 5-havo und 6-vwo einzusetzen. Eine interessante Aufgabe wäre es z.B. sich auf die beiden Hauptfiguren zu konzentrieren. Die Schüler könnten versuchen, die Gedankenwelt und (Lebens)Ziele des Felix und Sören zu rekonstruieren, eventuell anhand bestimmter Szenen.

 

... weitere DVD-Rezensionen: 

   Besonders empfohlen für den Unterricht

Kriterien: Wenig Vorwissen erforderlich, deutsche Untertitel bzw. akustisch gut verständlich, jugendgerechte Themen, normale Länge (ca. 90 Minuten)

   Mit Einschränkungen brauchbar

Kriterien: Keine Untertitel bzw. sprachlich schwieriger verständlich, spezifischere Themen, inhaltlich bzw. künstlerisch anspruchsvoller (oder gerade: anspruchslos!), mehr Vorwissen erforderlich, auch längere Filme (> 100 Min.)

   Zu anspruchsvoll oder - für die Schule - "durchgefallen"

Kriterien:  Themen eher für Erwachsene, viel Vorwissen erforderlich, längere Filme, keine Untertitel bzw. sprachlich anspruchsvoll, Filme, die ich aus anderen gründen nicht im Unterricht einsetzen würde

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