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Titel und Erscheinungsjahr Der Rote Baron (2008)
Webseite zum Film http://www.redbaron-themovie.com/index_de.html Trailer in Deutscher Sprache: Inhalt Dramatisierte Filmbiografie über den legendären Flieger Manfred von Richthofen, der auf Grund der roten Bemalung seines Kampfflugzeugs den Spitznamen "Roter Baron" trug. Europa, 1916. Während des Ersten Weltkriegs gehört Manfred von Richthofen zu den besten Fliegern der preußischen Armee. Seine waghalsigen Manöver haben ihm sogar den Respekt seiner Gegner auf Seiten der Alliierten eingebracht. Doch obwohl von Richthofen und seine Kameraden durch ihren Mut und ihr Geschick zu Hoffnungsträgern der Bevölkerung avancieren, betrachten sie selbst ihre Einsätze ausschließlich als sportliche Herausforderungen. Für die Schrecken des Krieges sind die wagemutigen Männer blind. Erst als man von Richthofen zunehmend zu Propagandazwecken missbraucht und er durch die Beziehung zu der Krankenschwester Käte mit den grausamen Realitäten des Krieges konfrontiert wird, setzt bei dem Flieger ein Sinneswandel ein. [Quelle: filmportal.de] Didaktische Bewertung Sprachliche Verständlichkeit Das freut uns: die DVD hat deutsche Untertitel! Aber die Freude ist nur von kurzer Dauer. Leider sprechen die Schauspieler Englisch! Ihr Deutsch synchronisiert. Das führt dazu dass man Matthias Schweighöfer ansieht, dass er "Let's go!" sagt. Im Ohr sagt der andere Matthias Schweighöfer: "Geh'n wir"! Mhm.... das gefällt uns nicht besonders, diese Art. Fazit & Filmkritik Fassen wir uns über diesen langen Film (120 Minuten) mal kurz: "Der Rote Baron" ist ein Musterbeispiel dafür, wie man heutzutage kommerzielle B-Filme gedreht. Der Regisseur, Nikolai Müllerschön, arbeitet viel für das Fernsehen und hat auch einige kleinere Filme gedreht. Er lebt seit einiger Zeit in den Vereinigten Staaten.
Man wird "Der Rote Baron" nur gerecht, wenn man seinen Verwendungszweck akzepieren kann. Die Länge von 120 Minuten eignet sich prima um daraus einen fernsehgerechten Zweiteiler zu schneidern (2 x 3 x Mal Werbung: vor, während und nach...). Die Hauptdarsteller sind durchaus geeignet, als Zugpferde für die Zuschauergunst zu dienen: Til Schweiger als Charmeur für die Massen spielt ein überzeugend rauher Pilotenkollege von Baron von Richthofen, gespielt vom inzwischen recht erfahrenen Jungtalent Matthias Schweighöfer. Obwohl.... Schweighöfer hat eine viel zu freundliche Ausstrahlung um Flieger-As zu sein... Und für das außerdeutsche Publikum gibt es noch Joseph Fiennes, als Kanadischer Gentlemanopponent. Für ein bisschen extra Spannung gibt es noch einen ehrgeiziger Bruder von Baron von Richthofen. Und wenn man dazu die Story in Englisch dreht, läuft die weltweite Vermarktung auch flotter. Tja... So richtig geklappt hat dieses Aufgebot auf dem deutschen Markt allerdings nicht. Mit ca. 250.000 Zuschauern bis Mai 2008 besetzte der Film einen Platz, wie ihn eher künstlerische Film oft einnehmen. Zum Vergleich: Til Schweigers Filme erzielen oft 3-4 Millionen an Publikum. Andererseits werden solche Filme gerade weltweit vermarktet, besonders für das Fernsehen.
"Der Rote Baron" ist eine recht schablonenhafte Geschichte, in der die Männer moderne, sensible Helden spielen und die Frau (es geht ja um die eine. Der Untertitel schwelgt ja: "Sein größter Sieg war ihre Liebe") - dem Mann zur Vernunft bringt. Für die Mädchen bietet der Film eine Liebeschichte, für die Jungs Action, für die Zuschauer, die sich für die historische Figur Von Richthofen interessieren nur ganz wenig... Wie gesagt, Action gibt es. Um genau zu sein sind es etwa 10 Minuten Geballer und Verfolgung in der Luft, das heißt: im Computer. Obwohl man für den Film angeblich über 20 Stück alter Fliegerkisten 1:1 hat nachbauen lassen, ist für diesen Pilotenfilm kein Flugzeug aufgestiegen. Die Luftschlachtszenen sind spannend gedreht, doch sieht man ihnen schon die "Computerspiel"-Oberfläche an. Aber gut, diese Szenen sind wenigstens ziemlich gut gelungen. Das Gleiche gilt für die Ausstattung, die in der Regel sehr akzeptabel ist. Die Hautpdarsteller sind gut besetzt, obwohl ich mich ein wenig an Axel Prahl als General und quasi Ziehvater von Baron von Richthofen habe gewöhnen müssen.
Wenn es noch eine Charakterentwicklung bei unserem Helden zu beobachten gibt, dann die, dass Baron von Richthofen im Laufe des Films nachdenklicher wird ob des sinnlosen Tötens im Krieg. Kein Wunder, die weise Krankenschwester Käte öffnet ihm ja die Augen mit Krankenhausbesuchen und malträtiert ihr Opfer mit Drehbuchsätzen wie: "Männer wie Sie machen mir Angst, weil ich nicht verstehen warum sie tun was sie tun." Tja, da steht unser Heldenpilot plötzlich da mit seinem Gerede von der Art "Wir sind Sportsmänner, keine Schlächter". (Ihre Antwort: "Tennis bringt einen nicht um") Und so gibt es eine Reihe von solchen Klischees in einem Film, der auch nicht viel mehr sein will als das. Fazit: Ein Film, den ich im Klassenraum wohl nie benutzen werde. So einen kommerziellen Standardfilm - inhaltlich nicht so schwierig, das ist in diesem Fall ein Vorteil, dazu Untertitel und ein bisschen deutsche Geschichte obendrein - können sich die Schüler auch ruhig selbständig mal anschauen. Sobald die DVD das richtige Schnäppchen-Preisniveau erreicht hat kommen einige Exemplare in unserer Schule in der Mediathek zur Ausleihe.
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