Deutsche Filme im Unterricht

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Rezensionen zu aktuellen deutschen Filmen,  Informationen zum Gebrauch  von Filmen im Unterricht.
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  • Aktueller Stand (Mai 2007): 52 Rezensionen online
  • Für Ihre Schüler (leider nur auf Niederländisch) gibt es im vaklokaal Duits eine Liste deutscher Filme mit Kurzbeschreibungen.
  • Auch gibt es im vaklokaal im Duitsland-ABC ein SPEZIAL: De Duitse film toen en nu (Der deutsche Film - früher und jetzt)
  • Anmerkungen, Hinweise, Lob und Kritik: Paul Goossen:  info AT duits.de









Titel und Erscheinungsjahr

Das Wunder von Bern (2003)

Kurzinhalt

Das Ruhrgebiet im Sommer 1954: Nach zehn langen Jahren kehrt Richard Lubanski aus der sowjetischen Gefangenschaft zurück - und versteht die Welt nicht mehr: Seine Frau Christa hat die Familie durchgebracht, seine erwachsenen Kinder führen ihre eigenes Leben und sein Jüngster, Matthias, den er noch nie gesehen hatte, schwärmt für Fußballstars, deren Namen Lubanski nicht kennt. Während Lubanski verzweifelt um einen Platz in dieser ihm fremd gewordenen Welt kämpft, schwärmt sein Jüngster für Helmut Rahn, den "Boss", der für Deutschland bei der  WM  in der Schweiz mitspielt. Wie durch ein Wunder kämpfen sie die krassen Außenseiter aus Deutschland bis ins Endspiel gegen Ungarn vor. Der 4. Juli 1954 wird der Tag der Entscheidung.

Regisseur

  • Sönke Wortmann (Der bewegte Mann, das Superweib, kleine Haie)

Hauptdarsteller

  • Peter Lohmeyer
  • Louis Klamroth
  • Johanna Gastdorf

Meine Bewertung

Webseite zum Film

- leider nicht mehr online -

Inhalt

Während der Bergarbeiter Richard Lubanski aus Essen in russischer Gefangenschaft war, hat seine Familie gelernt, ohne ihn klarzukommen. Bei seiner Rückkehr 1954 muss er feststellen, dass sein ältester Sohn ein Kommunist ist, seine Tochter mit GIs flirtet und sein 11-jähriger Sohn Mattes, den er nie kennen gelernt hat, für einen Fußballspieler schwärmt (Helmut Rahn von Roit-Weiß Essen), den Richard gar nicht kennt. Bei aller Mühe gelingt es ihm nicht, sich in seiner Familie wieder einzufügen, zumal er die Bewältigung der traumatischen Zeit in russischer Gefangenschaft zu verdrängen versucht, indem er seine Autorität als Vater rücksichtslos durchsetzen will. Die Tatsache, dass seine Frau in schwierigen Zeiten die Familie durchgebracht hat und die Kinder dabei zu selbständigen Menschen geworden sind, nimmt er zunächst gar nicht wahr. Es kommt zum Konflikt. Der älteste Sohn hät es nicht länger aus und zieht zu kommistischen Freunden in Ost-Berlin, die Tochter fühlt sich bevormundet und die Mutter versucht, Matthias zu überzeugen, dass sein Vater dies alles nicht so meint. Nach manchem Streit und Stubenarrest versucht auch Matthias zu fliehen, nach Bern, wo die Fußball-WM 1954 stattfindet.


Trainer Sepp Herberger

Dort gelingt es der deutschen Nationalmannschaft unter Sepp Herberger, bei der WM in der Schweiz als Außenseiter bis ins Endspiel zu kommen. Helmut Rahn ist jedoch gefrustet, weil er bisher nicht aufgestellt wurde. Und Matthias kann natürlich diesmal, als Maskotte und Glücksbringer, nicht dabei sein im fernen Bern. Langsam bessert sich jedoch das Verhältnis zwischen Richard und Mattes, und auch Helmut Rahn ist im Finale gegen Ungarn aufgestellt. Im entscheidenden Moment fällt Richard Lubanski ein, dass er das Vertrauen und die Liebe von Matthias nur zurückgewinnen kann, wenn er ihm ein großartiges Geschenk machen kann: Er fährt mit ihm nach Bern!


Auf dem Weg nach Bern

Und so kommt es wie es kommen muss: Helmut Rahn schießt im Finale das entscheidende Tor zum 3:2 Endstand gegen den Favoriten Ungarn, mit dem Deutschland die Sensation gelingt, die ein Land wieder zu einem Volk zusammenschweißt: "das Wunder von Bern". Quasi als Zugabe gibt es im Film noch eine Nebenhandlung, wo es um eine schöne Liebesgeschichte zwischen einem Sportreporter und seiner Frau geht. Dies anlässlich der verhinderten Hochzeitsreise durch die WM.


"Tor, Tor Tor!"

Didaktische Bewertung 

sprachliche Verständlichkeit

Die DVD bietet zum Glück Untertitel auf Deutsch (in einer früheren Ausgabe nur auf Englisch) Ohne Untertitel ist es ziemlich schwierig, zumal die Dialekte der ursprünglichen Fußballspieler und nicht zuletzt von Richard Lubanski richtig zum Tragen kommen. In den Niederlanden erschien eine DVD-version mit Niederländischen und Französischen Untertiteln.

Fazit & Filmkritik

Ein "feel good-Film für die ganze Familie" ohne künstlerische Ansprüche, über Fußballmythos und menschliche Schicksale, über Drama (gelegentlich Melodrama...) und Liebe - das dürfte für viele Schüler ein schönes Thema sein. Der gesellschaftliche Hintergrund der Nachkriegsgesellschaft der 50-er Jahre, geprägt durch wirtschaftliche Not und den ersten Aufschwung, durch die Rückkehr ehemaliger Soldaten aus der russischen Kriegsgefangenschaft, den politischen Gegensätzen des Kalten Krieges ist für Schüler in der Regel unbekannt und bedarf wohl einiger Erklärung.

 

... weitere DVD-Rezensionen: 

   Besonders empfohlen für den Unterricht

Kriterien: Wenig Vorwissen erforderlich, deutsche Untertitel bzw. akustisch gut verständlich, jugendgerechte Themen, normale Länge (ca. 90 Minuten)

   Mit Einschränkungen brauchbar

Kriterien: Keine Untertitel bzw. sprachlich schwieriger verständlich, spezifischere Themen, inhaltlich bzw. künstlerisch anspruchsvoller (oder gerade: anspruchslos!), mehr Vorwissen erforderlich, auch längere Filme (> 100 Min.)

   Zu anspruchsvoll oder - für die Schule - "durchgefallen"

Kriterien:  Themen eher für Erwachsene, viel Vorwissen erforderlich, längere Filme, keine Untertitel bzw. sprachlich anspruchsvoll, Filme, die ich aus anderen gründen nicht im Unterricht einsetzen würde

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