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Titel und Erscheinungsjahr Babij Jar (2003)
Inhalt Die deutsch-weißrussische Produktion "Babij Jar" geht auf eines der fürchterlichsten Massaker des Zweiten Weltkrieges zurück. Am 29 September 1941 und am folgenden Tag wurden - Monate vor der berüchtigten Wannseekonferenz - 33.771 Juden erschossen. Die Juden wurden dazu in Lastwagen zu der Schlucht "Babij Jar" (auf Deutsch ‘Großmütterchenschlucht’) gefahren. Dort mussten sie in kleineren Gruppen in die Schlucht gehen und sich in Reihen aufstellen. Sie wurden sofort erschossen. Einige wenige Opfer konnten noch auf dem Transport entkommen, anderen gelang schwerverletzt die Flucht. Sie konnten später davon berichten. Bis zur Befreiung Kiews am 5. November 1943 durch die sowjetische Armee wurden in der Schlucht Babij Jar mehr als 200.000 Menschen ermordet: Russen, Ukrainer, Weißrussen, weitere Juden.
Wenige der Täter – wie der bereits erwähnte Standartenführer Paul Blobel, im bürgerlichen Beruf Architekt – wurden später vor dem Nürnberger Kriegsgericht angeklagt und verurteilt. Zum Film Obwohl die Geschichte der Lerners und Onufrienkos auf realen Biographien basiert und obwohl mit Katrin Saß, Michael Degen, Barbara de Rossi und Axel Milberg hervorragende Schauspieler gewonnen werden konnten, ist der in schwarzweiß gedrehte Film nicht besonders gut gelungen. Es scheint, als könnten Regisseur und Produzent sich nicht zwischen Dokumentarfilm und Drama entscheiden. Das führt zu oft zu hölzernen Dialogen, die die Figuren ihrer Natürlichkeit berauben. Nicht gut nachvollziehbar ist auch der plötzlich aufkeimende und fanatische Hass der Figur Lena, der letztlich zur Denunzierung ihrer Nachbarn führt. Die Fronten zwischen Gut und Böse sind auf einmal glasklar. Sie werden symbolisch treffend - doch leider klischeehaft, weil immer wiederkehrend - illustriert durch schwarze Krähe, dunkle Gewitterwolken und bedrohlich klingende Musik. In diesen Momenten erinnert der Film an die Zeit der 50er Jahre, wo auf eine Differenzierung verzichtet wurde und einfache Muster ausreichten, um die Zuschauer zu einer eindeutigen Meinung zu bewegen.
Didaktische Bewertung und Empfehlungen sprachlich Zum Glück gibt es auf der DVD Untertitel auf Deutsch, Englisch und sogar auf Niederländisch. Ansonsten ist der Sprachgebrauch selbst kein Problem. Es ist jedoch wirklich schade - bei dieser internationalen Besetzung allerdings wohl unvermeidlich - dass alle Stimmen synchronisiert sind. Leider wurde das nicht besonders gut gemacht: Die Stimmen klingen alle wie aus dem Hörspielstudio, eben aufgesetzt also und dadurch auch irgendwie distanziert. Ein kleiner Vorteil ist, dass man sie deutlicher als sonst versteht. thematisch Der Film ist - trotz der inhaltlichen und technischen Mängel - als "Film gegen das Vergessen" durchaus geeignet für den Gebrauch in der Schule. Nach dem deutschen Jugendschutzgesetz wurde er freigegeben ab 16 Jahren. Durch das Schicksal der Familie Lerner wird das Verbrechen des Nazi-Terrors eindrucksvoll sichtbar. Ein weiterer Schwerpunkt in der Besprechung könnte das Verhalten der Figur Lena sein: Was bringt Menschen dazu, Freunde zu verraten? Oder umgekehrt: Menschen zu helfen und dabei das eigene Leben aufs Spiel zu setzen? Fazit Babij Jar ist selbstverständlich kein Film "für zwischendurch". Ich könnte mir vorstellen, den Film im Rahmen eines Projekts einzusetzen. Z.B. Als Vorbereitung auf das Thema Vergangenheitsbewältigung, oder als Vorbereitung auf den Besuch eines Konzentrationslagers. Der Film wäre auch geeignet im fächerübergreifenden Unterricht beim Fach Geschichte.
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