Deutsche Filme im Unterricht

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Rezensionen zu aktuellen deutschen Filmen,  Informationen zum Gebrauch  von Filmen im Unterricht.
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  • Aktueller Stand (Mai 2007): 52 Rezensionen online
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  • Auch gibt es im vaklokaal im Duitsland-ABC ein SPEZIAL: De Duitse film toen en nu (Der deutsche Film - früher und jetzt)
  • Anmerkungen, Hinweise, Lob und Kritik: Paul Goossen:  info AT duits.de









Titel und Erscheinungsjahr

Anatomie (2000)

Kurzinhalt:

Für die ehrgeizige Medizinstudentin Paula geht ein Traum in Erfüllung: Sie wird zu einem Elitekurs in Anatomie eingeladen. Doch die Freude darüber wandelt sich schnell in Entsetzen, als auf dem Seziertisch ein junger Mann liegt, der nur einen Tag zuvor noch am Leben war. Allen Warnungen zum Trotz stellt Paula Nachforschungen an und stößt schon bald auf einen mysteriösen Geheimbund.  Dass sie sich damit selbst in Lebensgefahr bringt, merkt Paula erst spät - sehr, sehr spät...

Regisseur

  • Stefan Ruzowitzky

Hauptdarsteller

Meine Bewertung

Webseite zum Film

 http://www.columbiatristar.at/anatomie/ 

Inhalt

Anatomie war mit ca. 3 Millionen Zuschauern der erfolgreichste deutsche Kinofilm des Jahres 2000 und hat inzwischen einen Nachfolger, Anatomie-2.

Entspannende Musik, kühl-grelles, aber nicht unangenehmes Licht, beruhigende Atmosphäre. Der junge Mann (SIMON SCHWARZ) liegt regungslos ausgestreckt, ist friedlich. Aber irgendetwas stimmt nicht, ist falsch. Was zunächst wie ein Sonnenstudio wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Anatomiesaal. Der junge Mann will seinen Kopf heben, aber es will ihm nur unter Mühe gelingen: Die Muskeln gehorchen nicht. Er erkennt zwei Gestalten in OP-Montur... und sieht dann, dass sein Arm fein säuberlich skelettiert wurde. Ihm schwindet das Bewußtsein...

Die junge Medizinstudentin Paula Henning (FRANKA POTENTE) hat nur einen Traum, für dessen Verwirklichung sie alles andere hintenan stellt: Sie will eine erfolgreiche, einflussreiche Fachmedizinerin werden. Wie ihr über alles geliebter Großvater (WERNER DISSEL), der altersschwach und schwerkrank im Krankenhaus liegt, Paula aber ermutigt und antreibt, so gut er nur kann. Und auf keinen Fall wie ihr Vater (RÜDIGER VOGLER), der zwar auch praktizierender Arzt ist, sich aber mit seiner kleinen Nachbarschaftspraxis zufriedengibt und sich nach Ansicht der ehrgeizigen Tochter weit unter Wert verkauft.

Die Weichen für ein exzellentes Studium sind gestellt. Von ihrem Münchner Professor (THOMAS MEINHARDT) erfährt Paula, dass sie es als Zweitbeste ihres Jahrgangs geschafft hat, während der Sommermonate zu dem Anatomie-Forschungslehrgang des legendären Professor Grombek (TRAUGOTT BUHRE) in Heidelberg eingeladen zu werden. Paula ist überglücklich - wie ihr Großvater. Doch ihr Vater reagiert reserviert.

Paula kann ihre Aufregung kaum verbergen, als sie im Zug Richtung Heidelberg fährt, und fühlt sich von der Konversation mit der selbstbewußten, aber auch etwas einfältig erscheinenden Blondine Gretchen (ANNA LOOS) irritiert - speziell, als Paula überrascht erfährt, dass auch Gretchen am Anatomiekurs von Professor Grombek teilnimmt. Als im Wagon Unruhe ausbricht, weil der junge David (ARNDT SCHWERING-SOHNREY) einfach umgekippt ist, leistet Paula kompetent Erste Hilfe - offensichtlich ein Infarkt. Erstaunt lassen sich Paula und Gretchen von David nach gelungener Wiederbelebung unterrichten, dass ihm diese Anfälle häufig widerfahren: Er habe einen Herzfehler, und damit müsse er leben.

Die Begrüßung der Kommilitonen in Heidelberg ist herzlich: Unübersehbar bekundet der attraktive Sunnyboy Phil (HOLGER SPECKHAHN) sein Interesse - vor allem an den Formen von Gretchen. Die ist geschmeichelt, findet allerdings mehr Gefallen an dem perfekt gebauten, aber eher schüchternen Hein (BENNO FÜRMANN). Am Abend in der Studentenkneipe kommt man sich näher. Paula fällt vor allem der lakonische, intelligente Caspar (SEBASTIAN BLOMBERG) auf, der ganz anders ist als die anderen Studenten. Und doch wahrt sie Abstand: Sie ist in Heidelberg, um zu studieren. Auch David, der Junge mit dem Herzfehler, ist in der Kneipe. Er ist völlig wehrlos, als er auf der Toilette von zwei Typen angegriffen und betäubt wird.

David wacht kurze Zeit später im Anatomiesaal wieder auf. Schnell erkennt er, dass er sich in Lebensgefahr befindet. Obwohl seine Muskeln nicht so recht mitspielen wollen, gelingt es ihm, ein Skalpell zu greifen und eine der beiden vermummten Gestalten zu verletzen. Der Fluchtversuch scheitert jedoch schnell. Nach kurzem Kampf wird David niedergestochen und seine Leiche im Kühlraum verstaut.

Paula ist völlig geschockt, als sie nach einer beeindruckenden Einführungsrede von Professor Grombek in der Unterrichtsstunde ausgerechnet Davids Leiche vorgesetzt bekommt. Grombek fordert Paula auch noch auf, das Herz herauszunehmen. Aber sie beweist Nerven und läßt sich ihre Erregung nicht anmerken. Angetrieben von ihrem medizinischen Ehrgeiz, macht sich Paula daran, dem rätselhaften Tod Davids auf den Grund zu gehen - obwohl Professor Grombek ihr ausdrücklich weitere Nachforschungen untersagt. Bei ihrem heimlichen Befund stellt sie fest, dass Davids Blut auf unnatürliche Weise verklumpt ist. Mutig sichert sie sich ein Stück Gewebe, um Näheres über Davids Tod in Erfahrung zu bringen.

Paula ist aufgewühlt. Inzwischen kommen sie und Caspar sich spürbar näher. Und Gretchen, die sich bislang nur in Sexfragen als Expertin hervorgetan hat und allenfalls Interesse an Heins knackigem Hinterteil zeigte, gesteht ihrer Freundin, dass sie nur nach außen das leichtfertige Blondchen gibt. Paula staunt nicht schlecht, als sie erfährt, dass Gretchen die Zulassung zu dem Anatomiekurs als Jahrgangsbeste geschafft hat.

Bei ihren hartnäckigen Nachforschungen erfährt Paula von den Antihippokraten, ein verbotener Geheimbund von Medizinern, der es sich herausnimmt, das Leben der Patienten in die eigene Hand zu nehmen, wenn es zum Wohl der Medizin ist. Ihre letzte Blütezeit hatten die Antihippokraten während des Dritten Reichs: in Heidelberg, an Paulas Uni. Gebannt ahnt Paula, dass sie sich auf der rechten Fährte befindet. Zumal sie von ihrem Bekannten erfährt, dass sich in Davids Leiche die Droge Promidal befand, ein verbotenes Präparat, mit dem man Blut binnen kürzester Zeit zum Gerinnen bringen kann, um damit den gesamten Körper bei lebendigem Leibe zu konservieren.

Als Paula abends in ihr Zimmer zurückkehrt, findet sie eine unmißverständliche Warnung der Antihippokraten vor: Ihre Bettlaken sind in Blut getränkt. Paula versteht: Wenn sie ihre Nase weiter in Dinge steckt, die sie nichts angehen, könnte sie das nächste Opfer sein. Nur kurz kann sie sich Gedanken über die Drohung machen, da taucht Hein, Gretchens Gespiele, in ihrem Zimmer auf: Er ist todunglücklich, weil er glaubt, dass Gretchen ihn nicht mehr liebt und mit anderen herummachen könnte. Paula versucht, den wehleidigen Hein zu trösten.

Sie kann nicht ahnen, dass sich Gretchen genau zu diesem Zeitpunkt im Anatomiesaal mit Phil vergnügt. Doch das Tête-à-tête nimmt ein blutiges Ende. Damit wird eine Kette von Ereignissen ausgelöst, die eine Reihe weiterer Bluttaten nach sich zieht und Paula mit einer schrecklichen Wahrheit konfrontiert, die weit in die Vergangenheit zurückreicht. Paula spürt, dass sie sich damit in akute Lebensgefahr bringt, doch für einen Rückzieher ist es zu spät... [Quelle:  http://www.columbiatristar.at/anatomie/]

"Anatomie ist nicht die moderne Wiedergeburt des deutschen Horrorfilms der 20er-Jahre, wie es die Produzenten teilweise im Sinn gehabt hatten. Vielmehr ist er ein hoffnungsvoller Anschluss an das zeitgemäße und erfolgreiche Unterhaltungskino". --Alexander Röder [Quelle: Amazon.de]

Didaktische Bewertung und Empfehlungen

sprachlich

Der Film ist untertitelt und die Schauspieler sprechen in der Regel sehr klar, keine Probleme also. 

thematisch

Der Film bietet eine packende, grausame Story. In Deutschland ist er ab 16 Jahren freigegeben.

Fazit

Ein Horrorthriller, in dem es um grausame Morde und (präparierte) Leichen geht, ist nicht jedermanns Sache. Manche Szene ist entsprechend ekelhaft, obwohl der Film im Ganzen trashige Blutsprießer-Szenen ("splatter" wie die Amerikaner sagen) eher meidet. Besonders gut gelungen ist der Anatomie-Saal, der fast eine eigenständige Rolle im Film spielt. Persönlich würde ich den Film höchstens gezielt zur Verfügung stellen, weil ich dieses Genre nicht unbedingt jedem Einzelnen einer ganzen Schulklasse zumuten möchte.

 

... weitere DVD-Rezensionen: 

   Besonders empfohlen für den Unterricht

Kriterien: Wenig Vorwissen erforderlich, deutsche Untertitel bzw. akustisch gut verständlich, jugendgerechte Themen, normale Länge (ca. 90 Minuten)

   Mit Einschränkungen brauchbar

Kriterien: Keine Untertitel bzw. sprachlich schwieriger verständlich, spezifischere Themen, inhaltlich bzw. künstlerisch anspruchsvoller (oder gerade: anspruchslos!), mehr Vorwissen erforderlich, auch längere Filme (> 100 Min.)

   Zu anspruchsvoll oder - für die Schule - "durchgefallen"

Kriterien:  Themen eher für Erwachsene, viel Vorwissen erforderlich, längere Filme, keine Untertitel bzw. sprachlich anspruchsvoll, Filme, die ich aus anderen gründen nicht im Unterricht einsetzen würde

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