Rezensionen zu aktuellen deutschen Filmen, Informationen zum Gebrauch
von Filmen im Unterricht.
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Aktueller Stand (Mai 2007):52
Rezensionen online
Für Ihre Schüler (leider nur auf Niederländisch) gibt es im vaklokaal
Duits eine
Liste deutscher
Filme mit Kurzbeschreibungen.
Auch gibt es im vaklokaal im
Duitsland-ABC ein SPEZIAL:
De Duitse film toen en nu (Der
deutsche Film - früher und jetzt)
Anmerkungen, Hinweise, Lob und Kritik: Paul Goossen: info AT
duits.de
Titel und Erscheinungsjahr
Anatomie (2000)
Kurzinhalt:
Für die ehrgeizige Medizinstudentin Paula geht
ein Traum in Erfüllung: Sie wird zu einem Elitekurs in Anatomie
eingeladen. Doch die Freude darüber wandelt sich schnell in Entsetzen,
als auf dem Seziertisch ein junger Mann liegt, der nur einen Tag zuvor
noch am Leben war. Allen Warnungen zum Trotz stellt Paula Nachforschungen
an und stößt schon bald auf einen mysteriösen Geheimbund. Dass
sie sich damit selbst in Lebensgefahr bringt, merkt Paula erst spät -
sehr, sehr spät...
Anatomie war mit ca. 3 Millionen
Zuschauern der erfolgreichste deutsche Kinofilm des Jahres 2000 und hat
inzwischen einen Nachfolger, Anatomie-2.
Entspannende
Musik, kühl-grelles, aber nicht unangenehmes Licht, beruhigende Atmosphäre.
Der junge Mann (SIMON SCHWARZ) liegt regungslos ausgestreckt, ist friedlich.
Aber irgendetwas stimmt nicht, ist falsch. Was zunächst wie ein Sonnenstudio
wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Anatomiesaal. Der junge Mann
will seinen Kopf heben, aber es will ihm nur unter Mühe gelingen: Die Muskeln
gehorchen nicht. Er erkennt zwei Gestalten in OP-Montur... und sieht dann, dass
sein Arm fein säuberlich skelettiert wurde. Ihm schwindet das Bewußtsein...
Die junge Medizinstudentin Paula Henning (FRANKA POTENTE) hat nur einen Traum, für
dessen Verwirklichung sie alles andere hintenan stellt: Sie will eine
erfolgreiche, einflussreiche Fachmedizinerin werden. Wie ihr über alles
geliebter Großvater (WERNER DISSEL), der altersschwach und schwerkrank im
Krankenhaus liegt, Paula aber ermutigt und antreibt, so gut er nur kann. Und auf
keinen Fall wie ihr Vater (RÜDIGER VOGLER), der zwar auch praktizierender Arzt
ist, sich aber mit seiner kleinen Nachbarschaftspraxis zufriedengibt und sich
nach Ansicht der ehrgeizigen Tochter weit unter Wert verkauft.
Die Weichen für ein exzellentes Studium sind gestellt. Von ihrem Münchner
Professor (THOMAS MEINHARDT) erfährt Paula, dass sie es als Zweitbeste ihres
Jahrgangs geschafft hat, während der Sommermonate zu dem
Anatomie-Forschungslehrgang des legendären Professor Grombek (TRAUGOTT BUHRE)
in Heidelberg eingeladen zu werden. Paula ist überglücklich - wie ihr Großvater.
Doch ihr Vater reagiert reserviert.
Paula kann ihre Aufregung kaum verbergen, als sie im Zug Richtung Heidelberg fährt,
und fühlt sich von der Konversation mit der selbstbewußten, aber auch etwas
einfältig erscheinenden Blondine Gretchen (ANNA LOOS) irritiert - speziell, als
Paula überrascht erfährt, dass auch Gretchen am Anatomiekurs von Professor
Grombek teilnimmt. Als im Wagon Unruhe ausbricht, weil der junge David (ARNDT
SCHWERING-SOHNREY) einfach umgekippt ist, leistet Paula kompetent Erste Hilfe -
offensichtlich ein Infarkt. Erstaunt lassen sich Paula und Gretchen von David
nach gelungener Wiederbelebung unterrichten, dass ihm diese Anfälle häufig
widerfahren: Er habe einen Herzfehler, und damit müsse er leben.
Die Begrüßung der Kommilitonen in Heidelberg ist herzlich: Unübersehbar
bekundet der attraktive Sunnyboy Phil (HOLGER SPECKHAHN) sein Interesse - vor
allem an den Formen von Gretchen. Die ist geschmeichelt, findet allerdings mehr
Gefallen an dem perfekt gebauten, aber eher schüchternen Hein (BENNO FÜRMANN).
Am Abend in der Studentenkneipe kommt man sich näher. Paula fällt vor allem
der lakonische, intelligente Caspar (SEBASTIAN BLOMBERG) auf, der ganz anders
ist als die anderen Studenten. Und doch wahrt sie Abstand: Sie ist in
Heidelberg, um zu studieren. Auch David, der Junge mit dem Herzfehler, ist in
der Kneipe. Er ist völlig wehrlos, als er auf der Toilette von zwei Typen
angegriffen und betäubt wird.
David wacht kurze Zeit später im Anatomiesaal wieder auf. Schnell erkennt er,
dass er sich in Lebensgefahr befindet. Obwohl seine Muskeln nicht so recht
mitspielen wollen, gelingt es ihm, ein Skalpell zu greifen und eine der beiden
vermummten Gestalten zu verletzen. Der Fluchtversuch scheitert jedoch schnell.
Nach kurzem Kampf wird David niedergestochen und seine Leiche im Kühlraum
verstaut.
Paula ist völlig geschockt, als sie nach einer beeindruckenden Einführungsrede
von Professor Grombek in der Unterrichtsstunde ausgerechnet Davids Leiche
vorgesetzt bekommt. Grombek fordert Paula auch noch auf, das Herz
herauszunehmen. Aber sie beweist Nerven und läßt sich ihre Erregung nicht
anmerken. Angetrieben von ihrem medizinischen Ehrgeiz, macht sich Paula daran,
dem rätselhaften Tod Davids auf den Grund zu gehen - obwohl Professor Grombek
ihr ausdrücklich weitere Nachforschungen untersagt. Bei ihrem heimlichen Befund
stellt sie fest, dass Davids Blut auf unnatürliche Weise verklumpt ist. Mutig
sichert sie sich ein Stück Gewebe, um Näheres über Davids Tod in Erfahrung zu
bringen.
Paula ist aufgewühlt. Inzwischen kommen sie und Caspar sich spürbar näher.
Und Gretchen, die sich bislang nur in Sexfragen als Expertin hervorgetan hat und
allenfalls Interesse an Heins knackigem Hinterteil zeigte, gesteht ihrer
Freundin, dass sie nur nach außen das leichtfertige Blondchen gibt. Paula
staunt nicht schlecht, als sie erfährt, dass Gretchen die Zulassung zu dem
Anatomiekurs als Jahrgangsbeste geschafft hat.
Bei ihren hartnäckigen Nachforschungen erfährt Paula von den Antihippokraten,
ein verbotener Geheimbund von Medizinern, der es sich herausnimmt, das Leben der
Patienten in die eigene Hand zu nehmen, wenn es zum Wohl der Medizin ist. Ihre
letzte Blütezeit hatten die Antihippokraten während des Dritten Reichs: in
Heidelberg, an Paulas Uni. Gebannt ahnt Paula, dass sie sich auf der rechten Fährte
befindet. Zumal sie von ihrem Bekannten erfährt, dass sich in Davids Leiche die
Droge Promidal befand, ein verbotenes Präparat, mit dem man Blut binnen kürzester
Zeit zum Gerinnen bringen kann, um damit den gesamten Körper bei lebendigem
Leibe zu konservieren.
Als Paula abends in ihr Zimmer zurückkehrt, findet sie eine unmißverständliche
Warnung der Antihippokraten vor: Ihre Bettlaken sind in Blut getränkt. Paula
versteht: Wenn sie ihre Nase weiter in Dinge steckt, die sie nichts angehen, könnte
sie das nächste Opfer sein. Nur kurz kann sie sich Gedanken über die Drohung
machen, da taucht Hein, Gretchens Gespiele, in ihrem Zimmer auf: Er ist todunglücklich,
weil er glaubt, dass Gretchen ihn nicht mehr liebt und mit anderen herummachen könnte.
Paula versucht, den wehleidigen Hein zu trösten.
Sie kann nicht ahnen, dass sich Gretchen genau zu diesem Zeitpunkt im
Anatomiesaal mit Phil vergnügt. Doch das Tête-à-tête nimmt ein blutiges
Ende. Damit wird eine Kette von Ereignissen ausgelöst, die eine Reihe weiterer
Bluttaten nach sich zieht und Paula mit einer schrecklichen Wahrheit
konfrontiert, die weit in die Vergangenheit zurückreicht. Paula spürt, dass
sie sich damit in akute Lebensgefahr bringt, doch für einen Rückzieher ist es
zu spät... [Quelle: http://www.columbiatristar.at/anatomie/]
"Anatomie
ist nicht die moderne Wiedergeburt des deutschen Horrorfilms der 20er-Jahre, wie
es die Produzenten teilweise im Sinn gehabt hatten. Vielmehr ist er ein
hoffnungsvoller Anschluss an das zeitgemäße und erfolgreiche
Unterhaltungskino". --Alexander Röder [Quelle: Amazon.de]
Didaktische Bewertung
und Empfehlungen
sprachlich
Der
Film ist untertitelt und die Schauspieler sprechen in der Regel sehr klar, keine
Probleme also.
thematisch
Der
Film bietet eine packende, grausame Story. In Deutschland ist er ab 16 Jahren
freigegeben.
Fazit
Ein
Horrorthriller, in dem es um grausame Morde und (präparierte) Leichen geht, ist
nicht jedermanns Sache. Manche Szene ist entsprechend ekelhaft, obwohl der Film
im Ganzen trashige Blutsprießer-Szenen ("splatter" wie die Amerikaner
sagen) eher meidet. Besonders gut gelungen ist der Anatomie-Saal, der fast eine
eigenständige Rolle im Film spielt. Persönlich würde ich den Film höchstens
gezielt zur Verfügung stellen, weil ich dieses Genre nicht unbedingt jedem
Einzelnen einer ganzen Schulklasse zumuten möchte.
... weitere DVD-Rezensionen:
Besonders empfohlen für den Unterricht
Kriterien: Wenig Vorwissen erforderlich, deutsche Untertitel bzw. akustisch gut verständlich, jugendgerechte Themen, normale Länge (ca. 90 Minuten)
Kriterien: Keine Untertitel bzw. sprachlich schwieriger verständlich, spezifischere Themen, inhaltlich bzw. künstlerisch
anspruchsvoller (oder gerade: anspruchslos!), mehr Vorwissen erforderlich, auch längere Filme (> 100 Min.)
Zu
anspruchsvoll oder - für die Schule - "durchgefallen"
Kriterien: Themen eher für Erwachsene, viel Vorwissen erforderlich, längere Filme, keine Untertitel bzw. sprachlich anspruchsvoll, Filme, die ich aus anderen gründen nicht im Unterricht einsetzen würde