Rezensionen zu aktuellen deutschen Filmen, Informationen zum Gebrauch
von Filmen im Unterricht.
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Aktueller Stand (Mai 2007):52
Rezensionen online
Für Ihre Schüler (leider nur auf Niederländisch) gibt es im vaklokaal
Duits eine
Liste deutscher
Filme mit Kurzbeschreibungen.
Auch gibt es im vaklokaal im
Duitsland-ABC ein SPEZIAL:
De Duitse film toen en nu (Der
deutsche Film - früher und jetzt)
Anmerkungen, Hinweise, Lob und Kritik: Paul Goossen: info AT
duits.de
Titel und Erscheinungsjahr
alaska.de - eine Liebesgeschichte (2000)
Kurzinhalt
Die 16-jährige Sabine zieht zu ihrem Vater in eine Berliner
Hochhaussiedlung. Über ihren Mitschüler Eddi lernt sie die Clique um den
18-jährigen Kriminellen Micha kennen. Doch dann wird sie Zeugin eines
Mordes. Mit einem Mal steht sie als Verdächtige und Mitwisserin zwischen
den Fronten.
Regisseur
Esther Gronenborn
Hauptdarsteller
Jana Pallaske (Engel & Joe)
Frank Droese
Toni Blume
Meine Bewertung
Webseite zum Film
-
Inhalt
Die 16-jährige Sabine zieht zu ihrem Vater in eine Berliner
Hochhaussiedlung. Plattenbausiedlung, neue Schule, neue Gesichter. Alles ist
erst einmal fremd und neu. Durch ihre unkomplizierte Art lebt sich das Mädchen
schnell in die neue Umgebung ein, ihre Schlagfertigkeit verschafft ihr Respekt.
Über ihren Mitschüler Eddi lernt sie die Clique um den 18-jährigen
Kriminellen Micha kennen.
Sabine und Eddi
Als Sabine eines Abends auf ihrem Heimweg zunächst Micha mit einem Messer in
der Hand begegnet und dann die Leiche eines Jungen entdeckt, behält sie ihre
Entdeckung für sich. Am nächsten Tag ist der tote Junge das Gesprächsthema
der ganzen Schule. Sabine steht unter Schock.
Und dann beginnt Micha das Mädchen am Telephon zu bedrohen.
Eddi wird zu ihrem Beschützer, er beginnt sich um das verängstigte Mädchen
zu kümmern. Dabei wächst zwischen den beiden eine scheue Zuneigung.
Was Sabine nicht weiß: Eddi selbst ist in den Mord verstrickt und will
herausfinden, was Sabine gesehen hat. Doch dann wird Micha die Sache langsam heiß:
Er will Sabine loswerden. Die Situation spitzt sich zu - es kommt zu einem
dramatischen Showdown...
DVD
mit deutschen Untertiteln. Ohne sie dürfte es zu Verständnisschwierigkeiten
kommen wegen des Berliner Slang und überhaupt des oft rauhen Umgangstons der
Figuren.
thematisch
Alaska.de
überzeugt durch einen modernen, nüchternen Realismus: die trostlose
Hochhausgegend, die aussichtlose Situation der Jugendlichen, es wird alles
eindringlich klar. Die jungen Laiendarsteller, die Regisseurin Gronenborn
"vom Schulhof" engagierte, spielen ihre Rollen sehr glaubwürdig.
Dennoch
wirkt der Film niemals "dokumentarisch langweilig": Nicht nur ist die
Handlung dafür zu spannend, immer wieder rauben auch Gronenborns Bildkompositionen einem den Atem. De teilweise schnellen Schnitte,
der satte Gelbstrich in Kombination mit unaufdringlicher doch dazu passender
Musik verleihen dem Film dieses gewisse ästethische Extra, das keine Langeweile
aufkommen lässt.
Die Regisseurin machte mit Alaska.de ihr
Regiedebüt, nachdem sie bereits mit mehreren Multi-mediaprojekten und Videoclips
Erfahrungen gesammelt hatte. Sie gewann 2001 mit alaska.de den Bayerischen und
den Deutschen Filmpreis für die
beste Regie.
Fazit
Ein absoluter Hit für den Gebrauch in der Schule, allerdings
würde ich dabei nie auf die Untertitel der DVD verzichten. Ich habe Alaska.de
in 5-VWO gezeigt und dort waren die Schüler begeistert, besonders weil die
Geschichte so eindringlich erzählt wird.
Es lohnte sich dabei,
die Schüler während des Zuschauens auf einen bestimmten Aspekt achten zu
lassen, z.B. auf den Schnitt und die Montage oder auf die Musik und die
Geräusche, auf die Farben und das Licht. Alaska.de ist eine richtige Fundgrube
für eine bewusste Wahrnehmung filmischer Stilmittel und die Handlung ist nicht
so kompliziert, dass man nicht nebenbei auf so einen Aspekt achten könnte. Ich
kann mir vorstellen, dass man den Film schon ab 3-havo einsetzt.
Die
DVD-Extras halten sich in Grenzen: Es gibt den üblichen Trailer sowie Interviews
mit der Regisseurin und mit Haupdarsteller Frank Droese.
... weitere DVD-Rezensionen:
Besonders empfohlen für den Unterricht
Kriterien: Wenig Vorwissen erforderlich, deutsche Untertitel bzw. akustisch gut verständlich, jugendgerechte Themen, normale Länge (ca. 90 Minuten)
Kriterien: Keine Untertitel bzw. sprachlich schwieriger verständlich, spezifischere Themen, inhaltlich bzw. künstlerisch
anspruchsvoller (oder gerade: anspruchslos!), mehr Vorwissen erforderlich, auch längere Filme (> 100 Min.)
Zu
anspruchsvoll oder - für die Schule - "durchgefallen"
Kriterien: Themen eher für Erwachsene, viel Vorwissen erforderlich, längere Filme, keine Untertitel bzw. sprachlich anspruchsvoll, Filme, die ich aus anderen gründen nicht im Unterricht einsetzen würde